Mehrwert-SMS: Mobilfunk-Interessensverband IVMK bringt EU-Klage ein

Redaktion, 13. März 2005 16:22

Naheverhältnis durch Finanzierung der Telekom-Regulierungsbehörde RTR durch Telekomanbieter geortet

Der private "Interessensverband der Mobilfunkkunden" (IVMK) hat gegen die Art der Finanzierung der österreichischen Telekom-Regulierungsbehörde RTR eine Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingebracht. "Die RTR wird fast ausschließlich von Telekom- und Rundfunkunternehmen finanziert, die sie eigentlich kontrollieren soll", so IVMK-Präsident Robert Marschall am Montag gegenüber der APA.

Ein bedeutsames wirtschaftliches Naheverhältnis bzw. finanzielles Abhängigkeitsverhältnis der RTR

"Von 8,5 Mio. Euro Gesamtumsatzerlösen, die die Regulierungsbehörde im Jahr 2003 laut Geschäftsbericht 'erwirtschaftet' hat, dürften rund sechs bis sieben Mio. Euro von den Telekommunikations-, der Rest von Rundfunkunternehmen bezahlt worden sein", so Marschall in seiner Beschwerde an die EU-Kommission. Und weiter: "Dadurch dürfte es in der Natur der Sache liegen, dass es ein bedeutsames wirtschaftliches Naheverhältnis bzw. finanzielles Abhängigkeitsverhältnis der Regulierungsbehörde zu bzw. von den Telekommunikationsunternehmen gibt." Dies sei ein Verstoß gegen die Rahmenrichtlinie der EU.

Marschall sieht im übrigen den "weitgehenden Verbraucherschutz", wie er im EU-Recht festgelegt ist, durch die Entscheidung der RTR, Streitschlichtungsverfahren erst ab einen Streitwert von 20 Euro einzuleiten (falls über den Einzelfall hinaus kein Interesse anderer Nutzer besteht), verletzt. Hintergrund ist eine Beschwerde des IVMK gegen die Verrechnung von netzinternen SMS-Mehrwertdiensten durch den viertgrößten Mobilfunkbetreiber tele.ring, wofür laut Marschall dass Zehnfache des tatsächlichen Preises verlangt wurde. Die RTR hatte eine entsprechende Beschwerde des IVMK wegen zu marginalen Streitwert abgelehnt.

Gefahr

Erst am Freitag vergangener Woche hatte die RTR auf die Gefahr von Mehrwert-SMS hingewiesen. "Die praktische Erfahrung der Schlichtungsstelle der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH zeigt dabei in den letzten Wochen einen Anstieg bei Anfragen zu Mehrwert-SMS-Diensten", so die Behörde. Um die Einhaltung der Bestimmungen der KEM-V zu gewährleisten, unterziehen wir die bei Mehrwert-SMS erteilte Entgeltinformation einer verstärkten Prüfung", so RTR-Chef Georg Serentschy. Im Schreiben an die IVMK wurde allerdings ein Schlichtungsverfahren mit der Begründung abgelehnt, dass die vermeintliche Schadenssumme zu gering sei und kein "über dem Einzelfall hinausgehendes Interesse anderer Nutzer" bestehe. (APA)

marty fink
22.02.2005 10:12
Lustiger Verband...

Der Präsident ist sicher noch sauer,
weil er seinerzeit nicht den Zuschlag für die
4te Funklizenz bekam.
Und seitdem gibt's Rundumschläge, die teilweise auf keinen fundierten Boden stehen; wie man auch hier im Forum bemerken kann.

Robert Marschall
23.02.2005 06:56
Ein Beispiel

Lieber marty!
Probier es bitte einfach aus. Ein Beispiel. Du hast bei Tele.ring Freiminuten und möchtest wissen, wieviele davon noch übrig sind. Schicke ein (netzinternes) SMS mit dem Text "FM" für Freiminuten an die netzinterne Nummer "999". Welche Kosten erwartest Du? Wie wird von Tele.ring tatsächlich abgerechnet? Findest Du das ok? Wieviele Kunden glaubst Du, sind davon betroffen?

Mag. Robert Marschall
Präsident des IVMK

marty fink
23.02.2005 11:57
Antwort:

Möchten Sie den aktuellen Stand Ihres Guthabens wissen, können Sie ihn
telefonisch über die Twist-Userline 0650-650 670 (von Ihrem Mobiltelefon kostenlos erreichbar)
oder direkt über Ihr Twist-Handy abfragen:

Wählen Sie dazu die Tastenkombination
*102# und wählen...

Laut Homepage kostenlos...

Das mit dem SMS kann ich nicht verifizieren, da nicht gefunden.
Aber obiges Beispiel würde kostenlos funktionieren.

Ansonsten kann ich nur raten :
AGBs durchlesen, wenn man diese schon unterschreibt!



papp kamerad
01.03.2005 19:29

*102# ist ein USSD Code.. sieht nur aus wie SMS ist aber kein SMS drin :-)

Robert Marschall
23.02.2005 22:45
Leider nicht kostenlos

Lieber marty!

1) Jemand will nicht sein Guthaben, sondern den Stand seiner Freiminuten wissen.
2) Konkreter Fall handelt von einem Vertragshandy und nicht von einem Twist (wertkarten) Handy. Leider wird nicht 0 Cent sondern 10 Cent pro SMS verrechnet. Kann Dir gerne Abrechnungen zeigen. Dass Du nichts über einen Preis gefunden hast ist nicht verwunderlich. Uns ist es ebenso ergangen. Abrechnung aus unserer Sicht daher rechtswidrig.
3) Zu den AGBs: Leider werden die eigenen AGBs von tele.ring nicht immer angewandt. Es gibt da auch mehrere Beispiele. Werden wir bei Gelegenheit kommunizieren. Alles auf einmal ist zu viel. Sonst könnte jemand glauben, wir haben etwas gegen tele.ring.

Mag. Robert Marschall
Präsident des IVMK

marty fink
24.02.2005 00:53
Wenn das so ist, dann haben Sie zweifelsfrei recht und das Ganze gehört unterbunden!

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