Schlichtungsversuch im Rechtsstreit um Klimt-Bilder

25. Februar 2005, 22:41
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Auf Auftrag des US-Gerichts im Fall Bloch-Bauer

Washington/Los Angeles - Im Rechtsstreit um sechs wertvolle Klimt-Bilder zwischen der Bloch-Bauer-Erbin Maria Altmann und der beklagten Republik Österreich soll nun im Auftrag eines US-Gerichts versucht werden, mit Hilfe eines Vermittlers eine Einigung zu finden. Der Grazer Professor Dieter Anton Binder werde am 7. März nach Los Angeles kommen, sagte Randol Schoenberg, Anwalt der Klägerin Altmann.

Binder, Professor für Zeitgeschichte an der Universität Graz, sei von der österreichischen Seite als privater Vermittler ausgesucht worden. Schoenberg will Erfolgschancen der Vermittlung nicht ausschließen. Der bereits jahrelang geführte Rechtsstreit könne "auf viele Arten gelöst werden", so der Anwalt.

Verhandlung im November

Im Juni 2004 hatte das US-Höchstgericht eine Zuständigkeit der amerikanischen Gerichte bejaht. Die Republik Österreich hatte dies zuvor durch alle Instanzen bestritten. Im Oktober 2004 legte eine Richterin in Los Angeles, Florence-Maria Cooper, die erste Verhandlung über die Prüfung der inhaltlichen Ansprüche auf den 1. November 2005 fest. Zuvor sollten die Streitparteien mit einem Vermittler einen Schlichtungsversuch unternehmen.

Im Verfahren Altmann vs. Österreich geht es um das Eigentum an sechs von Gustav Klimt geschaffenen Bildern: "Adele Bloch-Bauer I", " Adele Bloch-Bauer II", "Apfelbaum I", "Buchenwald (Birkenwald)" und "Häuser in Unterach am Attersee" sowie "Amalie Zuckerkandl". Die ersten fünf davon sind im Testament von Adele Bloch-Bauer erwähnt, in dem sie ihren Mann Ferdinand bat, nach seinem Tod die Bilder der Republik Österreich bzw. der Österreichischen Galerie zu schenken.

Der jüdische Industrielle Ferdinand Bloch-Bauer wurde in der NS-Zeit enteignet und musste in die Schweiz flüchten, die Bilder wurden noch zu seinen Lebzeiten von einem von den Nazis eingesetzten "kommissarischen Verwalter" an das Museum übergeben bzw. verkauft. Das Gerichtsverfahren soll klären, wer rechtmäßiger Eigentümer der Bilder ist. (APA)

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