Globalisierte Probleme

8. März 2005, 09:35
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Aktuelles Wirtschaftsbuch: Helmut Schmidt: Die Mächte der Zukunft. Gewinner und Verlierer in der Welt von morgen

Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt analysiert die wichtigsten globalen Probleme dieses Jahrhunderts, die da heißen: Bevölkerungsexplosion, Globalisierung, Anfälligkeit der internationalen Finanzmärkte und Waffenhandel.

Des Weiteren untersucht er die Konflikte in den einzelnen geopolitischen Regionen und beschreibt die anhaltende Macht der USA den den Bereichen Politik und Wirtschaft. Und die aufsteigende Macht Chinas.

Internationaler Goodwill

Viele Probleme hält er nur im internationalen Goodwill für lösbar. Da sind etwa die "Entartungen auf den Finanzmärkten", Schmidt nennt sie Raubtierkapitalismus, die einer Lösung harrten.

Die bestehenden Institutionen - vor allem der Weltwährungsfonds IMF - hätten mit Kriseninterventionen in den letzten Jahrzehnten mehr den betroffenen (westlichen) Firmen und Banken geholfen als den Schuldnerstaaten selbst.

Eines der größten Risiken geht seiner Meinung nach im 21. Jahrhundert von der ungehemmten Verbreitung konventioneller Kleinwaffen aus. Wegen massiver wirtschaftlicher Interessen der exportierenden Staaten gebe es jedoch keinerlei völkerrechtliche Reglementierungen.

Bei der angesprochenen Themenbreite bleibt die Tiefe zeitweise auf der Strecke. Schmidt macht dies aber durch analytische Klarheit und Denkschärfe wett. (ruz, (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.02.2005)

Service

Helmut Schmidt: Die Mächte der Zukunft. Gewinner und Verlierer in der Welt von morgen. Siedler-Verlag, München 2004. Euro 22
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    foto: siedler-verlag
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