Diplomatische Krise zwischen Riad und Budapest wegen "Terroristen"

21. Februar 2005, 12:53
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Ungarns Ministerpräsident: "Viele Terroristen unter den saudischen Fußballspielern" - Botschafter nach Riad beordert

Riad - Das Herrscherhaus von Saudiarabien hat seinen Botschafter in Budapest zu Konsultationen nach Riad beordert, nachdem eine Bemerkung des ungarischen Ministerpräsidenten Ferenc Gyurcsany viele Saudis gekränkt hatte. Wie am Sonntag in Riad zu erfahren war, soll der ungarische Botschafter in Riad aber nicht zum Verlassen des Königreichs aufgefordert werden.

Die Fußballnationalmannschaften beider Länder hatten sich am 2. Februar zu einem Freundschaftsspiel getroffen, das 0:0 ausging. Später hatte der Regierungschef bei einer Feier zum 15-jährigen Bestehen der Sozialistischen Partei die Fußballer gelobt und erklärt: "Ich denke, es gab viele Terroristen unter den saudischen Fußballspielern und unsere Söhne haben mit Todesmut gegen diese Terroristen gekämpft." Gyurcsany entschuldigte sich später für diese Bemerkung.

Saudiarabien wird seit Mai 2003 von einer Anschlagserie islamistischer Terroristen heimgesucht. 15 der insgesamt 19 Flugzeugattentäter vom 11. September 2001 waren saudi-arabische Staatsbürger. (APA/dpa)

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