Von der Piesting zur Triesting

19. Februar 2005, 13:34
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Gemütliche, aussichtsreiche Tour über die Randerhebungen des Wiener Beckens

Zwischen dem Piesting- und dem Triesingtal gibt es mehrere Übergänge, der sanfteste davon verläuft von Wöllersdorf über die Randerhebungen des Wiener Beckens nach Hirtenberg. Es zahlt sich aber aus, die Tour zu verlängern und über den Guglzipf nach Berndorf zu wandern. Dann hat man am Anfang und am Ende eine besondere Attraktion.

Knapp oberhalb von Wöllersdorf liegt die Ruine des Höllturms, der neben einer ziemlich großen, teilweise künstlich veränderten Höhle steht, die in Kriegszeiten der Bevölkerung als Zufluchtsstätte diente. Die Haupthalle weist stark verschobene Balkenlöcher auf, was man auf tektonische Veränderungen zurückführt, denn das Gebiet liegt in der Nähe der Thermenlinie, wo es immer wieder zu Erdbeben kommt.

Knapp vor Ende der Wanderung gewährt der Aussichtsturm auf dem Guglzipf eine traumhafte Rundsicht: An klaren Tagen schaut man über das Wiener Becken hinweg bis zum Leithagebirge, ins Wechselgebiet, erblickt den Schneeberg und viele bekannte Erhebungen des Wienerwaldes und der Voralpen.

Die Wanderung bietet keinerlei Schwierigkeiten, es fehlen auch starke Steigungen. Allerdings muss man aufpassen, um die vielen Abzweigungen nicht zu verfehlen. Das Auto lässt man bei dieser Tour am besten zu Hause und benützt für An- und Abreise die Bundesbahn, die bis Wöllersdorf bzw. ab Hirtenberg oder Berndorf recht gute Verbindungen anbietet.

Die Route:

Beim Bahnhof Wöllersdorf wählt man die blaue Markierung, quert die Piesting und steigt zum Höllturm auf. Weiter geht es - blau markiert - auf eine Hochfläche, wo man auf eine rote Markierung trifft, der man nach links folgt. Nach etwa einer Stunde hält man sich auf die nach rechts führende rote Markierung, um Lindabrunn zu erreichen. Ab Wöllersdorf 1¾ Stunden. Durch die Talleiten- und Steinbruchstraße geht es weiter, man trifft die gelbe Markierung und wandert zur Bahnhaltestelle Hirtenberg. Ab Lindabrunn eine halbe Stunde.

Nun folgt man der grünen Markierung bis zum Golfplatz, wechselt dort auf Rot und später auf Grün, um zum Guglzipf mit Warte und Waldhütte weiterzuwandern. Gehzeit ab Hirtenberg 1½ Stunden. Auf rot markiertem Weg steigt man in einer halben Stunde zum Bahnhof Berndorf ab. In Berndorf empfiehlt sich ein Besuch der berühmten Schule mit den Stilklassen neben der Margarethenkirche. (DER STANDARD, Printausgabe vom 19./20.2.2005)

Von
Bernd Orfer

Gesamtgehzeit 4¼ Stunden, Höhenunterschied rund 300 m. Gasthäuser in Lindabrunn und Hirtenberg, Waldhütte auf dem Guglzipf (Freitag Ruhetag). Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 76 (Wiener Neustadt); Freytag & Berndt Wanderatlas Wienerwald.
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