Indonesien: Aceh-Rebellen zu Autonomiegesprächen bereit

21. Februar 2005, 14:13
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Am Montag Gespräche in Helsinki über begrenzte Autonomie geplant

Banda Aceh - Die separatistischen Rebellen der indonesischen Unruheprovinz Banda Aceh haben ihre Teilnahme an den für Montag geplanten Gesprächen mit der Regierung über eine begrenzte Autonomie zugesagt.

Grundlage der Verhandlungen in der finnischen Hauptstadt Helsinki sei der Autonomieplan der indonesischen Regierung, sagte Präsident Susilo Bambang Yudhoyono am Samstag bei einem Besuch in der von der Flutkatastrophe im Dezember verwüsteten Region. In der Vergangenheit hatten die Rebellen ähnliche Gesprächsangebote abgelehnt und auf einer vollständigen Unabhängigkeit von Indonesien beharrt. Bei den vom ehemaligen finnischen Präsidenten Martti Ahtisaari vermittelten Gesprächen soll ein Ende der seit 30 Jahren andauernden Unruhen in der erdgasreichen Provinz erreicht werden.

Flutkatastrophe

Sicherheitsrisiken behindern nach wie vor die Arbeit der Hilfsorganisationen in Aceh, wo durch die Flutkatastrophe mehr als 235.000 Menschen ums Leben kamen. Australien hat wiederholt vor Anschlägen moslemischer Extremisten auf die Helfer gewarnt.

Der Autonomieplan sieht unter anderem Zugeständnisse bei der Selbstverwaltung Acehs vor. Dabei geht es um die Einführung des Islamischen Rechts und eine größere Beteiligung bei der Ausbeutung der Ressourcen der Provinz. Der gewaltsame Konflikt um die Zugehörigkeit der rohstoffreichen Provinz zu Indonesien hat seit 1976 etwa 12.000 Menschen das Leben gekostet. Seit Jahrzehnten widersetzen sich die strenggläubigen Moslems in Aceh dem relativ gemäßigten Islam, den der indonesische Zentralstaat und sein Militär notfalls mit Gewalt vertreten. (APA/Reuters)

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