EADS-Konzern drängt Deutschland zur Beteiligung an Rüstungsprojekt MEADS

21. Februar 2005, 18:48
posten

Soll deutsche "Patriot"-Raketen-Abwehr in zehn Jahren ablösen

Berlin - Der Rüstungsvorstand und künftige Co-Chef des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, Thomas Enders, drängt die deutsche Bundesregierung zur Teilnahme am transatlantischen Rüstungsprojekt MEADS.

"Ich denke, noch ist allen wirklich klar, was auf dem Spiel steht", sagte Enders dem "Tagesspiegel vom Sonntag". "MEADS gibt uns nicht nur die Chance, bei Schlüsseltechnologien auf Augenhöhe mit den USA zu bleiben. Unser Ziel ist auch, das deutsche Know-how am Standort Deutschland zu halten." Außerdem würden durch einen Verzicht auf MEADS auch andere Projekte gefährdet. Enders nannte hier die Entwicklung des unbemannten Aufklärungsflugzeug Eurohawk.

Auch der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann, hat bereits früher betont, Deutschland könne sich einen Verzicht auf MEADS nicht leisten.

Das Waffensystem MEADS (Medium Extended Air Defense System) soll in zehn Jahren die bisherigen "Patriot"-Raketen zur Abwehr von Angriffen aus der Luft ablösen, das als veraltet gilt. MEADS soll gemeinsam von den USA, Deutschland und Italien entwickelt werden. Während die USA und Italien eine Absichtserklärung dazu bereits unterzeichnet haben, steht die Unterschrift der Bundesregierung noch aus, da der Bundestag die deutsche Beteiligung noch nicht genehmigt hat. Deutschland hat für seine Unterschrift noch Zeit bis zum 26. März. (APA/Reuters)

Share if you care.