Großdemonstration für Freilassung Sgrenas in Rom

21. Februar 2005, 17:29
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200.000 Menschen demonstrieren für Freilassung entführter Journalistin - Appell auch für Florence Aubernas

Rom - Rund 200.000 Menschen haben am Samstag in Rom für die Freilassung der im Irak entführten italienischen Journalistin Giuliana Sgrena demonstriert. Der Demonstrantenzug wurde von den Eltern der Frau sowie von Politikern der italienischen Opposition, wie Ex-EU-Kommissionschef Romano Prodi, angeführt. An der Demonstration beteiligte sich auch die italienische Helferin Simona Torretta, die mit ihrer Kollegin Simona Pari im September in Bagdad entführt und nach dreiwöchiger Gefangenschaft freigelassen worden war.

"Gebt uns Giuliana zurück", hieß es auf den Spruchbändern der Demonstranten, die schweigend durch die Innenstadt zogen. An der Großkundgebung beteiligten sich die Kollegen Sgrenas, die für die linke römische Zeitung "Il Manifesto" arbeitet. Sie war am 4. Februar in Bagdad entführt worden. "Das ganze italienische Volk umarmt Giuliana Sgrena. Sie soll spüren, dass wir ihr nahe sind", betonte Prodi. Er umarmte die Eltern Sgrenas, die aus der norditalienischen Stadt Domodossola angereist waren, um sich an der Demonstration zu beteiligen.

Appell auch für Florence Aubernas

"Heute sind wir zuversichtlicher. Wir fühlen uns mit unserem Schmerz nicht so allein", sagte der Vater der Reporterin Franco Sgrena. Die Demonstranten plädierten auch für die Freilassung der französischen Reporterin Florence Aubernas, Korrespondentin der Tageszeitung "Liberation". Sie war im Jänner mit ihrem Dolmetscher entführt worden. An der Demonstration beteiligte sich auch der Chefredakteur von "Liberation", Antoine De Gaudemar.

Der arabische TV-Kanal Al Jazeera hatte am Samstag ein Video mit einem Appell zur Freilassung der italienischen Journalistin Giuliana Sgrena gesendet. Im Video werden unter anderem vier Bilder gezeigt, die Sgrena während ihres Aufenthalts in Bagdad gemacht hatte.

In einer Videobotschaft vom Mittwoch forderte Sgrena den Abzug der italienischen Truppen aus dem Irak. Am gleichen Tag stimmte der Senat in Rom mit großer Mehrheit für eine Verlängerung des militärischen Einsatzes in dem Land. Rom hat zur Zeit 3.000 Soldaten im Irak stationiert. (APA)

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