Mehr als 120 afghanische Kinder an Erkältungskrankheiten gestorben

21. Februar 2005, 12:42
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Verzweifelte Eltern verabreichten Opium als Medizin

Kabul - Krankheiten infolge des bitterkalten Winters in Afghanistan haben mehr als 120 Kinder dahingerafft. Verzweifelte Eltern verabreichten ihren Kindern Opium, um Leiden wie Keuchhusten und Lungenentzündung zu lindern, berichtete Gesundheitsminister Mohammed Amin Fatemi am Samstag.

Afghanistan ist der größte Opiumproduzent der Welt. Zahlreiche Bauern pflanzen Schlafmohn an, weil sie damit weitaus besser verdienen als mit anderen Feldfrüchten. Viele Afghanen hielten Opium für ein Heilmittel, sagte Fatemi. Tatsächlich wirke das Suchtgift vorübergehend hustenstillend, weil es die Kinder betäube. "Aber es ist Gift für ihre Körper und kann sie süchtig machen." Opium bzw. das Opiat Codein sind stark hustenstillend. Codein ist in zahlreichen Hustenmitteln enthalten.

Genaue Angaben über die Zahl der seit Wintereinbruch gestorbenen Erwachsenen liegen dem Gesundheitsministerium nicht vor. Verschiedenen Berichten zufolge sind seit Ende Dezember aber mehrere hundert von Lawinen verschüttet worden, auf den verschneiten Straßen verunglückt oder erfroren. In Afghanistan leben nach zwei Jahrzehnten Krieg zahlreiche Menschen in Flüchtlingslagern. Selbst in den Notunterkünften der Hauptstadt Kabul gab es Kälteopfer. (APA/AP)

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