13 Tote nach heftigen Schneefällen in Kaschmir

21. Februar 2005, 21:25
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1.000 Fahrzeuge eingeschlossen - Die schwersten Schneefälle seit 15 Jahren

Srinagar/Jammu - Nach den schwersten Schneefällen seit fast 20 Jahren sind am Wochenende im indischen Teil Kaschmirs mindestens 13 Menschen von Lawinen in den Tod gerissen worden. Sechs weitere würden vermisst, teilten die Behörden am Sonntag mit. Das öffentliche Leben in der Krisenregion sei zum Stillstand gekommen. Den dritten Tag in Folge blieb das Himalaya-Tal von der Außenwelt abgeschnitten: Flüge wurden gestrichen, Straßen waren blockiert, Strom- und Telefonleitungen unterbrochen. Derweil rechnete das Wetteramt mit weiterhin kräftigen Schneefällen in den kommenden 24 Stunden.

Zehn Opfer wurden in einem abgelegenen Dorf rund 250 Kilometer nördlich von Jammu von einer Lawine erfasst. "Sie wurden irgendwann nach Mitternacht getötet, aber wir kennen keine Einzelheiten, da die Telefonleitungen unterbrochen sind", sagte ein Polizeisprecher. Eine Frau sei am Samstag in einem anderen Distrikt Kaschmirs durch eine Lawine ums Leben gekommen. Im Norden der Provinz starben am Samstag einem weiteren Polizeivertreter zufolge zwei staatliche Angestellte durch Lawinen.

1.000 Fahrzeuge eingeschlossen

Zudem blieb den fünften Tag in Folge die wichtige Verkehrsader, die Schnellstraße von Jammu nach Srinagar gesperrt. Nach offiziellen Angaben steckten dort rund 3.000 Menschen in 1.000 Fahrzeugen fest. Auch wichtige Lebensmittel- und Kraftstofftransporte seien liegen geblieben.

Die in der Region stark vertretene indische Armee sprach von einer bis zu 4,5 Meter hohen Schneedecke an einigen Stellen der Schnellstraße. Soldaten würden die Menschen versorgen, die dort feststeckten. Nach Angaben der Polizei wurden rund 100 Gebäude in der Region beschädigt. Dächer seien unter der Last des Neuschnees eingebrochen. (APA/Reuters)

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    Indische Soldaten patrollieren auf den tief verschneiten Straßen von Srinagar.

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