Aceh: Australien warnt vor Anschlägen

21. Februar 2005, 11:18
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Attentate auf humanitäre Helfer befürchtet - Aufruf an Bürger zum Verlassen der Region - Indonesiens Präsident dementiert

Canberra - Islamische Extremisten planen nach Erkenntnissen der australischen Regierung Anschläge auf internationale Helfer im indonesischen Katastrophengebiet Aceh. Es gebe offenbar Terroristen, die vor nichts zurückschreckten, sagte der australische Außenminister Alexander Downer am Samstag. Die Provinz Aceh im Norden der Insel Sumatra war von dem Tsunami am 26. Dezember des Vorjahres vollkommen verwüstet worden, mehr als 120.000 Menschen kamen dort ums Leben. An den Wiederaufbauarbeiten sind mehrere tausend internationale Helfer beteiligt.

Australien habe die indonesischen Streitkräfte über die Gefahr informiert, sagte Downer. "Sie werden ihre Bemühungen verdoppeln, die Sicherheit der Rettungshelfer zu gewährleisten." In Indonesien ist in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Anschlägen auf Touristen und ausländische Einrichtungen verübt worden. Der verheerendste war ein Bombenanschlag auf einen Nachtclub auf der Ferieninsel Bali im Oktober 2002, der mehr als 180 Menschen das Leben kostete. Mehr als 300 weitere Personen wurden verletzt.

Aufruf an Bürger zum Verlassen der Region

Das australische Außenministerium riet potenziellen Tsunami-Helfern zudem, nur mit etablierten Hilfsorganisationen nach Aceh zu reisen, die in Sicherheitsfragen mit den indonesischen Behörden zusammenarbeiteten. Australier, die nichts mit der Katastrophenhilfe zu tun haben, sollten die Region verlassen.

Indonesiens Präsident dementiert

Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono beteuerte, es gebe keine Anzeichen für einen bevorstehenden Anschlag. Er bat die ausländischen Helfer aber, mit den indonesischen Behörden in Kontakt zu bleiben und sie über ihre Reisen zu unterrichten. Indonesien fühle sich verpflichtet, "Sicherheit zu gewährleisten und alle Helfer zu schützen". Nach den tödlichen Flutwellen in Aceh vom 26. Dezember hat Australien tausend unbewaffnete Soldaten und mehrere tausend zivile Helfer in die Krisenprovinz entsandt. (APA/AP)

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