Indonesiens Präsident kommt Forderung nach

21. Februar 2005, 09:21
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Mutter appelliert an Entführer - Videobotschaft zu entführter indonesischer Journalistin

Jakarta - Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono hat auf die Forderungen der Entführer von zwei indonesischen Journalisten im Irak reagiert und Fürsprache für die Geiseln eingelegt. "Sie haben nur ihre journalistische Arbeit ausgeführt", sagte Susilo am Samstag in Jakarta. "Sie haben über unsere Brüder und Schwestern im Irak berichtet, weil sich Indonesien als größtes moslemisches Land der Erde dafür interessiert, wie es unseren Brüdern und Schwestern im Irak geht." Die Geiseln müssten sofort freigelassen werden.

Indonesische Mutter appelliert an Entführer

In traditioneller moslemischer Kleidung hat die Mutter der entführten Indonesierin an die Geiselnehmer appelliert, ihre Tochter freizulassen. "Ich appelliere an ihr Herz als Moslems, sie bald gehen zu lassen", sagte Mety Hafid am Samstag in der indonesischen Hauptstadt Jakarta. "Sie ist ohne böse Absichten dorthin (in den Irak) gegangen. Bitte behandeln Sie sie gut."

Videobotschaft zu entführten indonesischen Journalisten

Ihre Tochter Meutya Hafid, eine Journalistin des indonesischen Fernsehsenders Metro TV, war am Dienstag gemeinsam mit ihrem Kollegen Budiyanto in Ramadi bei Bagdad auf offener Straße entführt worden. Ihre Geiselnehmer forderten in einer Video-Botschaft eine Erklärung dafür, warum die Journalisten im Irak unterwegs waren. Sie stellten sich als Armee der Mujaheddin vor. Als Mujaheddin bezeichnen sich Kämpfer für einen rechtgläubigen Islam. Indonesien ist das Land mit der größten moslemischen Bevölkerung auf der Welt und ein Gegner des von den USA geführten Militäreinsatzes im Irak.

Mety Hafid sagte, die Gefahr einer Entführung sei Thema eines Gespräches zwischen ihr und ihrer Tochter vor deren Reise in den Irak gewesen. "Ich sagte ihr: Es ist gut, dass du den Koran zitieren kannst, Meutya. Das kann dir von Nutzen sein, wenn Dir dasselbe passiert wie (den beiden entführten indonesischen Frauen), die freigelassen wurden, weil sie das konnten." Im Oktober hatte eine Rebellengruppe im Irak zwei Indonesierinnen entführt, die als Hausangestellte gearbeitet hatten. Sie wurden wenige Tage später wieder freigelassen.

Jakarta bestätigt Entführung

Die indonesische Regierung hat indes die Entführung der beiden Journalisten des indonesischen Fernsehens im Irak bestätigt. Auf einem Video seien die Reporter gemeinsam mit ihren Entführern zu sehen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Jakarta am Samstag.

Im Verlauf des vergangenen Jahres wurden mehr als 120 Ausländer im Irak entführt und mindestens ein Drittel davon wurde getötet. Auch eine italienische Journalistin ist derzeit in der Gewalt von Entführern. (APA/Reuters)

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    Die beiden indonesischen Journalisten Meutya Hafid (l.) und Budiyanto in einer Video-Botschaft der Entführer.

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