Gnassingbe kündigt Präsidentenwahl binnen 60 Tagen an

21. Februar 2005, 20:35
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"Im Interesse der Nation" - Tausende demonstrieren gegen neuen Präsidenten

Lome - Angesichts wachsenden Drucks wegen seiner umstrittenen Machtergreifung hat Togos neuer Präsident Faure Gnassingbe am Freitag eine Präsidentschaftswahl binnen 60 Tagen angekündigt. "Im Interesse der Nation" sei entschieden worden, die Wahl verfassungsgemäß in den kommenden 60 Tagen abzuhalten, sagte Gnassingbe am Abend in einer Rede, die von Fernsehen und Hörfunk gesendet wurde. Die Regierung werde die dafür notwendigen Maßnahmen treffen. Sie wünsche, dass die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS diesen Prozess begleiten werde.

Der Sohn des bisherigen Staatschefs Gnassingbe Eyadema hatte sich Anfang Februar - zwei Tage nach dem Tod seines Vaters - mit Unterstützung der Streitkräfte und gegen die geltende Verfassung als Präsident vereidigen lassen. Das togoische Parlament legitimierte die Machtergreifung durch eine Verfassungsänderung nachträglich. International wurde das Manöver als Staatsstreich kritisiert. Die ECOWAS-Staaten drohten Togo mit dem Ausschluss.

Tausende demonstrieren gegen neuen Präsidenten

In der togolesischen Hauptstadt Lomé sind tausende Menschen dem Aufruf der Opposition zu einer Demonstration gegen den neuen Präsidenten Faure Gnassingbé gefolgt. Etwa zehntausend Menschen versammelten sich zu einem Marsch durch die Stadt, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Sie kritisierten Gnassingbés Amtsübernahme nach dem Tod seines Vaters und Vorgängers Gnassingbé Eyadema Anfang Februar als "Putsch".

Erst am Freitag war das Demonstrationsverbot aufgehoben worden, das nach dem Tod des langjährigen Staatschefs verhängt worden war. Zudem hatte der neue Präsident Wahlen innerhalb von 60 Tagen angekündigt. (APA/Red)

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    Bei den Demonstrationen gegen Präsident Faure Gnassingbé versammelten sich etwa zehntausend Menschen zu einem Marsch durch Lomé.

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