Bislang hellster Blitz aus dem Kosmos beobachtet

18. Februar 2005, 21:26
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Ausbruch eines Magnetars als Ursprung

Washington - Mehrere Satelliten und Observatorien haben den hellsten Blitz beobachtet, der je aus den Tiefen des Kosmos die Erde getroffen hat. Der Strahlenausbruch setzte in einer Zehntelsekunde so viel Energie frei wie unsere Sonne in 150.000 Jahren, berichtete die US-Raumfahrtbehörde NASA am Freitag in Washington. Ursprung für den Blitz war der Ausbruch eines so genannten Magnetars, eines Neutronensterns mit einem ultrastarken Magnetfeld in etwa 50.000 Lichtjahren Entfernung von der Erde auf der anderen Seite der Milchstraße im Sternbild Schütze. Für die Erde war das Ereignis nicht gefährlich.

Der kosmische Blitz, der bereits am 27. Dezember aufgezeichnet wurde, war heller als der Vollmond und alles, was jemals jenseits unseres Sonnensystems beobachtet worden ist. Am stärksten leuchtete er im Bereich der energiereichen Gammastrahlung, die für das menschliche Auge unsichtbar ist. "Wäre dies innerhalb von zehn Lichtjahren von der Erde passiert, wäre unsere Atmosphäre schwer beschädigt worden", sagte Bryan Gaensler vom Harvard-Smithsonian- Zentrum für Astrophysik. "Glücklicherweise sind alle Magnetare, die wir kennen, viel weiter entfernt."

Vergleiche

Selbst die Reflexion des Blitzes am Mond beleuchtete noch die oberen Atmosphärenschichten der Erde. "Wir wissen nur von zwei anderen gigantischen Ausbrüchen in den vergangenen 35 Jahren, und das Dezember-Ereignis war 100 Mal stärker", sagte David Palmer vom Los Alamos National Laboratory. Registriert wurde das Ereignis unter anderem von der NASA-Sonde "Swift", dem europäischen Satelliten "Integral" und dem bodengebundenen Very Large Array der US-Wissenschaftsstiftung NSF.

Wie der Magnetar namens SGR 1806-20, der selbst nur knapp 25 Kilometer groß ist, eine solche Energie frei setzen kann, haben die Astronomen noch nicht völlig geklärt. Ursprung sind nach der Theorie plötzliche Veränderungen im gigantischen Magnetfeld dieser Neutronensterne. Bisher sind nur zwölf Magnetare bekannt. (APA/dpa)

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