"New York Times"-Kritik an "Der Untergang"

24. Februar 2005, 18:23
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"Faszinierend, ohne besonders aufschlussreich zu sein"

New York - Zum US-Start des Hitler-Films "Der Untergang" hat die "New York Times" das Werk von Regisseur Oliver Hirschbiegel am Freitag in deutlichen Worten kritisiert. Der Film enthalte "für das heimische Publikum die beruhigende Botschaft, dass vor allem einfache Deutsche Opfer des Nazismus waren", schrieb der prominente Filmrezensent A.O. Scott. Beunruhigend sei dagegen die Art und Weise, in der es der Film dem Publikum gestatte, Sympathie für einige mit dem Hitler-Regime verbundene Figuren zu empfinden.

"Wie in einem 1940er Melodram"

Sekretärin Traudl Junge - Alexandra Maria Lara erscheine wie "eine Hollywood-Karrierefrau in einem 1940er Melodram" - sowie den Arzt Professor Ernst-Günther Schenck seien "dafür als Helden behandelt, dass sie kurz vor dem Auftauchen der Roten Armee von Hitler desillusioniert wurden". Zudem erinnere André Hennicke als General Wilhelm Mohnke eher an einen rauen, aber sympathischen alten Offizier in einem amerikanischen Weltkriegsfilm.

Die Herausforderung für den Schweizer Schauspieler Bruno Ganz habe darin bestanden, "Hitler als eine plausible Figur erscheinen zu lassen, ohne ihn menschlich zu machen". Regisseur Hirschbiegel habe es Ganz jedoch nicht ermöglicht, dieser Herausforderung gerecht zu werden. Nur durch eine Notiz am Ende werde man an die 50 Millionen Toten des Zweiten Weltkrieges und an die 6 Millionen von den Nazis ermordeten Juden erinnert. Der Film sei "faszinierend, ohne besonders aufschlussreich zu sein, und er erregt Aufmerksamkeit über seine lange Laufzeit, ohne am Ende viel dramatische oder emotionale Befriedigung geliefert zu haben".

"Der Untergang" ging in New York als "Downfall" lediglich in einem kleinen Programmkino an den Start. Am 25. Februar hat das für einen Oscar in der Kategorie der ausländischen Filme nominierte Werk von Hirschbiegel und Drehbuchautor Bernd Eichinger auch in einem Kino in Los Angeles Premiere. (APA/dpa)

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