"Wenn die das kann, kann ich das auch"

23. Februar 2005, 22:18
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Frauen und IT: First Austrian Women Cisco Networking Academy geht in die zweite Runde

"Frauen haben keine Scheu vor der Technik, das ist ein Vorurteil", sagt Joyce Visne. Als Trainerin der First Austrian Women Cisco Networking Academy, einer Kooperation von Cisco Systems, dem abz.austria und dem Frauenreferat der Stadt Wien, leitet sie seit September eine Gruppe von fünf Frauen, "die alle schon beruflich im IT-Bereich sind oder waren". In der "kleinen Gruppe" könne sie "auf Einzelbedürfnisse eingehen", so Visne, die den Frauen vermittelt, "wie ein Netzwerk funktioniert, wie man es konfiguriert und wartet".

Mit 1. März beginnt die zweite Ausbildungsrunde - vier Module, acht Monate - für bis zu zehn Frauen.

Noch sind "einige Plätze offen", so abz.austria-Geschäftsführerin Manuela Vollmann, die die "Vorbildwirkung" der Trainerinnen betont: "Man denkt sich: Wenn die das kann, kann ich das auch."

Der Hintergrund, der die Veranstalter dazu veranlasste, eine solche Frauenakademie einzurichten, erhellt sich aus einer aktuellen EU-Studie. Diese stellt einen Frauenanteil von etwa 14 Prozent in österreichischen IT-Betrieben fest, was deutlich unter dem EU-Schnitt von 17 Prozent liegt. Das soll geändert werden.

Nach dem Start der ersten Module im Herbst ist Carlo Wolf, General Manager von Cisco Systems Austria, "sehr zufrieden". Die weltweiten Cisco-Networking-Akademien würden sich generell nach dem Prinzip der "Private Public Partnership" richten: "Wir erarbeiten ein Curriculum und stellen es zur Verfügung." Das abz.austria habe sich angeboten, "weil es sich speziell um Frauen kümmert".

Für die nun startende zweite Generation vergab Cisco Systems ein Stipendium. Gewinnerin der Ausbildung, die 3700 € kostet, ist Türkan Yildirim. "Ich wollte den Kurs unbedingt beim abz.austria machen, da ich hier schon gute Erfahrungen gemacht habe", schwärmt Yildirim. Ihren früheren Job bei einem großen IT-Unternehmen hat sie verloren, ein Informatikstudium an einer Berliner FH abgebrochen. Nun ist sie zuversichtlich, nach Abschluss der "gefragten" Ausbildung, die sie sich ohne den Gewinn "nicht leisten" könnte, schnell wieder einen IT-Job zu finden. (mad/Der Standard, Printausgabe 19./20.02.2005)

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