Börse-Abschied mit hohem Verlust

7. März 2005, 14:29
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Wegen Einmaleffekten stieg der Verlust der VA Tech im Vorjahr von 15 auf 68 Millionen Euro. Ab Montag sind die Aktien nicht mehr im ATX - Mit Infografik

Linz/Wien - Der Linzer Technologiekonzern VA Tech, der bald von Siemens übernommen wird, hat im Vorjahr wie erwartet einen Konzernverlust von 68 Millionen Euro hinnehmen müssen, im Jahr davor war das Minus mit 15 Millionen Euro deutlich geringer.

Im Konzernergebnis sind einmalige Restrukturierungskosten für die Bereiche Energieübertragung (T&D) und Wassertechnik (Wabag) von 104 Millionen Euro enthalten, geht aus den am Freitag vorgelegten Zahlen hervor. Das Konzernergebnis exklusive der "Einmaleffekte" betrug plus 33 Millionen Euro.

Für heuer hält VA-Tech-Vorstandschef Klaus Sernetz seine Prognose eines Nettogewinns von zumindest 66 Mio. Euro aufrecht. Die vorgelegten Zahlen sind nach dem erfolgreich beendeten Übernahmeangebot von Siemens für das Aktionärspublikum faktisch nicht mehr von Bedeutung. Die Integration des größten heimischen Technologiekonzerns in die Siemens-Gruppe sowie das Delisting von der Wiener Börse bedürfen im Wesentlichen nur mehr des grünen Lichts durch die Wettbewerbsbehörden in Brüssel. Die EU-Behörde hat dazu vier Monate Zeit. Ab kommenden Montag sind die VA-Tech-Aktien nicht mehr Bestandteil des Wiener Leitindex ATX.

Umsatzplus

Der Umsatz stieg im Vorjahr um sechs Prozent auf 4,1 (3,8) Mrd. Euro, hauptsächlich wegen mehr als 20-prozentigen Zuwachsraten in den Bereichen Metallurgietechnik (VAI) und Infrastruktur (Elin EBG).

Der Auftragstand kletterte gegenüber dem Ende des Geschäftsjahres 2003 um neun Prozent auf 4,7 Mrd. Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (EBITA) lag 2004 bei minus elf (plus 57) Millionen Euro. "Eine Abschätzung der Auswirkungen (der Übernahme durch Siemens, Anm.) ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich", heißt es in der VA-Tech-Aussendung. (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19./20.2.2005)

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