Interne Potenziale im Fokus

10. Oktober 2005, 13:08
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Sechs prominente Unternehmen zwischen Amstetten und Salzburg diskutieren ihre Positionierung für das Anwerben der Besten und beschreiben die Bedeutung des Hebens interner Potenziale als Teil der Unternehmenskultur

Klarheit, Ehrlichkeit, Vertrauen und Berechenbarkeit - das sehen Führungskräfte prominenter Unternehmen zwischen Amstetten und Salzburg als Grundfesten für das erfolgreiche Anwerben, Binden und Entwickeln ihrer Mitarbeiter.

Diese Ausgangsbasis definierten Führungskräfte von sechs prominenten Unternehmen, die einander auf Einladung der Personalberatung Eblinger in Kooperation mit dem Standard in Linz zu einem Round Table trafen.

In puncto Facharbeiter- und Lieferantenpool loben die Unternehmen die Region - für das Rekrutieren ihrer Managementkräfte spiele die Entfernung zur Hauptstadt Wien nur in Einzelfällen nachteilig mit - etwa bei Führungskräften mit Jungfamilien. "Wir verstehen uns ja als Chancengeber", wie Kurt König, Personalmanager von Umdasch formuliert.

Palfinger-Personalchef Josef Fesel und Poloplast-Geschäftsführer Guntram Bock verweisen beide auf die jüngsten Rekordergebnisse ihrer Unternehmen als "nützliches Element für die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber". Johann Hackl, Geschäftsführer des Stahl- und Faserseilspezialisten Teufelberger Seil sieht für die Topebene die "Geradlinigkeit der Kapitalvertreter im Unternehmen" als zentrales Kriterium um die Besten für Toppositionen zu gewinnen.

Alle sechs Unternehmen verbindet auch die Hinwendung auf das Finden interner Potenziale. AMI Agrolinz-Personalchef Stefan Sommer: "Die Entwicklung der eigenen Potenziale ist unsere Zukunftschance. Da sind viele noch sehr rudimentär unterwegs."

Sehen und Nützen interner Potenziale wird von den versammelten Experten als zentraler Bestandteil der Unternehmenskulturen definiert. Walter Fried, Personalchef beim Maschinenbauer Engel: "Fingerspitzengefühl und Sensibilität für die Mitarbeiter sind wesentliche Elemente." Bei Palfinger heißt das "Finden von hidden talents". Bei Teufelberger lautet das: "Wer möglichst viele operative Hirne einschaltet, hat gewonnen." Klar sei, dass dies auf Basis strategischer Personalplanung geschehen müsse.

Mitarbeitergespräche nennen alle als zentrale Informationsquelle. Nach anfänglicher Skepsis hätten sich zusätzliche Entwicklungspotenzialgespräche bei AMI Agrolinz bewährt, so Sommer: "Die Leute wollen wissen, wo sie stehen - allerdings weckt das eine Erwartungshaltung. Wenn die nicht erfüllt wird, dann macht das die Unternehmenskultur kaputt." (kbau/Der Standard, Printausgabe 19./20.02.2005)

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    foto: der standard
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