Staatsanwaltschaft in Belgrad ermittelt wegen Todes von zwei Soldaten

19. Februar 2005, 13:10
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Untersuchungen auch in unterirdischem Militärbunker

Belgrad - Die Belgrader Kreisstaatsanwaltschaft hat erneute Ermittlungen wegen des ungeklärten Todes von zwei Soldaten in einer Kaserne in der serbischen Hauptstadt im Oktober eingeleitet. Die Todesursachen waren zuvor von Militärs, aber auch von einer unabhängigen Expertenkommission untersucht worden. Die Gutachten waren jedoch sehr unterschiedlich ausgefallen. Während die Militärermittler den Tod der Soldaten auf eine Schießerei und Selbstmord zurückführten, wurde er nach Ansicht von zivilen Experten möglicherweise von einer dritten Person herbeigeführt.

Die beiden Soldaten waren am Eingang zu einem unterirdischen Bunker ums Leben gekommen, was Spekulationen nährte, dass sie möglicherweise von Leibwächtern eines mutmaßlichen Kriegsverbrechers getötet worden sein könnten, der sich in der Anlage versteckte. Das Militär wies derartige Überlegungen energisch zurück. Der betreffende Bunker, in dem im Jahr 1999 auch der damalige Staatschef Slobodan Milosevic vor den NATO-Bombardements Schutz suchte, wurde erst vor einer Woche der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Belgrader Kreisstaatsanwaltschaft will nun auch Untersuchungen in dem dreigeschossigen, etwa 130 Meter unter der Erdoberfläche gebauten Bunker vornehmen. (APA)

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