Forscher: Treibhausgase erwärmen die Weltmeere

19. Februar 2005, 18:00
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Dramatischer Einfluss auf die regionale Wasserzufuhr prognostiziert

Washington - Wissenschaftler haben konkrete Beweise dafür, dass die Erwärmung der Ozeane mit der industriellen Freisetzung von Kohlendioxid zusammenhängt. Die Weltmeere haben sich in den vergangenen 40 Jahren kontinuierlich erwärmt. Forscher aus den USA haben Prognosen von Klimamodellen mit der Erwärmung der Ozeane verglichen und dabei festgestellt, dass der Mensch die größte Schuld an der Erwärmung trägt, berichtet BBC.

Simulationen

Dem Urteil der Forscher nach wird die Erwärmung in den kommenden Jahrzehnten einen dramatischen Einfluss auf die regionale Wasserzufuhr nehmen. Die Details der Studie wurden beim jährlichen Treffen der American Association for the Advancement of Science (AAAS) bekannt gegeben. Die Wissenschaftler hatten auf dem Computer verschiedene Szenarios inszeniert, um die Beobachtung der Ozeane zu erklären. Dabei wurden auch klimatische Schwankungen, Sonnenwärmeeinstrahlung und vulkanische Emission in Betracht gezogen, aber die Einflüsse waren zu klein. Als Ausschlag gebend konnte nur die Treibhauserwärmung ausgemacht werden.

"Wenn man diese Daten mit den Ergebnissen früherer Studien vergleicht, kann nicht länger bestritten werden, dass es eine globale Erwärmung gibt", so Tim Barnett von der Scripps Institution of Oceanography. Das Modell, das zu 95 Prozent mit der Wirklichkeit übereinstimmt, reproduzierte die beobachteten Temperaturveränderungen der Ozeane. Die Forscher sind sich sicher, dass die Menschen an der globalen Erwärmung schuld sind.

Wasserkrise

In den nächsten Jahrzehnten wird der Klimawandel einen dramatischen Einfluss auf die regionalen Wasserzufuhren nehmen, so das Forscherteam. Der Westen der USA hat jetzt schon mit Wasserknappheit zu kämpfen und in den nächsten 20 Jahren werde sich diese Region in einer ernsthaften Wasserkrise befinden.

Auch in den südamerikanischen Anden und in Westchina haben die Menschen im Sommer Wasserprobleme - die Gletscher schmelzen zu früh. Barnett: "Wenn die Menschen das Schmelzwasser im Frühling nicht auffangen können, so wird das Wasser im Sommer knapp." Die Forscher fordern Politiker auf, endlich etwas gegen das globale Desaster zu tun. "Hoffentlich können wir die USA in diese Richtung lenken", so Barnett. (pte)

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