Kurze Aufregung um ein "Grünjuwel"

13. Juli 2005, 11:39
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Bürger fürchten um ihren Garten - "Lokalaugenschein" in der Skodagasse - Stadtrat gibt Entwarnung

Die Nachricht hatte schnell die Runde gemacht: Eine der größten zusammenhängenden Grünflächen - rund 5000 Quadratmeter - der Josefstadt drohe durch eine neue Flächenwidmung die Verbauung. Den Wiener Grünen war es eine Sonderausgabe ihres Josefstädter Journals wert ("Grünjuwel akut bedroht"), schnell war auch eine Bürgerinitiative formiert.

"Lokalaugenschein"

"Wird hier gebaut, dann wäre das nicht nur eine Verlust der Wohnqualität", ärgerte sich deren Sprecherin, Daniela Ungar-Wessely, "es wäre ein Grund das Haus zu verlassen". Am Donnerstag lud man zum "Lokalaugenschein" in die Skodagasse. Die Aufregung war groß. Aber zumindest vorerst unbegründet: Verkehrs- und Planungsstadtrat Rudolf Schicker (SPÖ) gab Entwarnung: "Da im Bezirk alle Parteien dagegen sind, belassen wir es bei der bestehenden Widmung".

Anderenorts wird aber munter weitergeplant. Beispiel Josefstädter Straße 79: Auch dort befindet sich hinter dem Haus ein Garten. "Hier wohnen viele Kinder, die im Sommer dort spielen", erzählt Hausbewohnerin Elisabeth Burgis, selbst Mutter von zwei Kindern. Wie lange das noch geht, ist offen. Denn ein Teil des Gartenstücks ist als Bauklasse II bereits umgewidmet. Ende 2004 wurde bei Baupolizei und Baumschutzreferat angefragt. Zu dieser Zeit lagen bei beiden Stellen keine Anträge vor - weder auf Erteilung einer Baubewilligung noch auf Rodung der Bäume. Der Eigentümer kann aber jederzeit darum ansuchen.

Grünanteil von 14 Prozent

Insgesamt liegt der Grünanteil in der Josefstadt bei 14 Prozent, rechnet der Umweltsprecher der Wiener Grünen, Rüdiger Maresch, vor: "Und davon sind aber nur vier Prozent öffentlich zugänglich." Seine Forderung: die Öffnung von bisher nicht zugänglichen Grünräumen wie der Grünfläche des Palais Auersperg oder des begrünten Hofes des Finanzamtes. (pm/DER STANDARD, Printausgabe, 18.2.2005)

  • Besorgte Bürger und die Wiener Grünen luden zum Lokal- augenschein nach Wien-Josefstadt.
    foto: standard/cremer

    Besorgte Bürger und die Wiener Grünen luden zum Lokal- augenschein nach Wien-Josefstadt.

  • Sie fürchteten die Verbauung eines großflächigen Hinterhofgartens. Der Protest blieb nicht ohne Wirkung.
    foto: standard/cremer

    Sie fürchteten die Verbauung eines großflächigen Hinterhofgartens. Der Protest blieb nicht ohne Wirkung.

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