Fernsehfilmförderungsfonds zog erste Bilanz

24. Februar 2005, 18:23
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Eigenlob für Umwegrentabilität und Quoten - Ziel: "internationaler Koproduktionsmarkt"

Wien - Mit den 2004 erstmals vergebenen Mitteln aus dem Fernsehfilmförderungsfonds (FFFF) in der RTR wurden 25 Dokus, drei TV-Serien und 14 Spielfilme gefördert. Die 7,2 Mio. Euro Fördergelder sorgten für Investitionen in die heimische Filmwirtschaft in der Höhe von rund 33 Mio. Euro. RTR-Geschäftsführer Alfred Grinschgl lobte am Freitag bei seiner ersten Jahresbilanz aber nicht nur die hohe Umwegrentabilität, sondern auch die Erfolge und Quoten der geförderten Projekte.

Bei fünf Antragsterminen im Vorjahr wurden insgesamt 81 Projekte eingereicht. Die Hälfte der geförderten Projekte hat die geforderten Bedingungen bereits zur Gänze erfüllt, die restlichen 21 sind noch in Verhandlungen mit den koproduzierenden TV-Anstalten. Eingereicht haben, bis auf eine Firma aus Deutschland, ausschließlich österreichische Produzenten. Für viele von diesen war, wie Grinschgl den österreichischen Produzenten Dieter Pochlatko zitierte, die Förderung "die Eintrittskarte in den internationalen Koproduktionsmarkt".

"Österreicheffekt"

Das gesamte Produktionsvolumen der geförderten Projekte beträgt rund 55 Mio. Euro. An der Finanzierung sind zu 42 Prozent Fernsehveranstalter (der ORF mit 13 Prozent) und zu 29 Prozent Fördereinrichtungen (mit 13 Prozent die RTR-Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH) beteiligt. Ein Projekt hat ATVplus als Fernsehveranstalter eingereicht, an zahlreichen Projekten waren deutsche Sender beteiligt.

Der "Österreicheffekt" von 33 Mio. Euro ist dabei wesentlich höher als in den Förderrichtlinien vorgeschrieben. Dort wird verlangt, dass die in Österreich getätigten Ausgaben die Fördersumme mindestens eineinhalb Mal übersteigen sollen. Dass 60 Prozent der geförderten Projekte Dokus sind (mit allerdings nur 19 Prozent der Fördermittel), zielt auf die Förderung der breiten Basis und Vielfalt der Filmwirtschaft, erläuterte Grinschgl. Spielfilmproduzenten würden schließlich in der Filmlandschaft die Minderheit darstellen.

Zusage von ORF erwartet

Die geförderten Projekte würden nicht nur "hervorragende Quoten" erzielen, wie zuletzt der Dreiteiler "Die Patriarchin" oder "Die Geierwally" (19 Prozent Reichweite). Auszeichnungen wie der Hauptpreis beim TV-Festival FIPA in Biarritz für die Literaturverfilmung "Mein Vater, meine Frau und meine Geliebte" oder die Einladung einiger Dokus zur kommenden Diagonale würden auch zeigen, dass Qualität und Publikumserfolg einander nicht ausschließen. Er gehe übrigens davon aus, dass der ORF seine anlässlich der Gebührenerhöhung im Herbst 2003 gegebene Zusage, mehr Geld in die Filmwirtschaft zu investieren, einhalte, so Grinschgl.

Einer Revision unterzogen wurden im Sommer die Richtlinien betreffend die Rechte der Produzenten, um deren Stellung gegenüber den TV-Sendern zu stärken. Die neuen Richtlinien müssen noch von der EU notifiziert werden, mit einer Entscheidung wird für die kommenden Wochen gerechnet.

Neue Einreichtermine

2005 gibt es vier Einreichtermine. Zum ersten Termin am 1. Februar sind bereits 19 Anträge eingegangen. Die weiteren Termine sind am 3. Mai, 26. Juli und 25. Oktober. Im beratenden Beirat wurde nach dem Ausscheiden von ÖFI-Leiter Roland Teichmann Gerlinde Seitner vom ÖFI als Vorsitzende nominiert, die weiteren Mitglieder sind film20-Generalsekretärin Georgia Tornow, der Geschäftsführer des Fachverbands der Audiovisions- und Filmindustrie, Werner Müller, sowie Produzent Kurt Mayer und der Filmemacher Reinhard Schwabenitzky. (APA)

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