Landestheater Linz mit 30 Neuproduktionen

24. Februar 2005, 16:44
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Letzter Spielplan des scheidenden Intendanten Klügl

Linz - Das Landestheater Linz wird in der Saison 2005/2006 insgesamt 30 Neuproduktionen plus eine Reihe von Wiederaufnahmen erfolgreicher Inszenierungen der laufenden Spielzeit anbieten, kündigte Intendant Michael Klügl bei der Präsentation seines letzten Spielplanes für Linz in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Landeshauptmann Josef Pühringer (V) am Freitag an.

Der Landeshauptmann berichtete zudem, der Theaterbeirat des Landes Oberösterreich sei am Freitag einstimmig dem ebenfalls einstimmigen Vorschlag der Fachjury gefolgt, dass Rainer Mennicken - derzeit noch Generalintendant des Staatstheaters Oldenburg - ab 2006 Intendant werden soll. Er gehe davon aus, so Pühringer, dass auch die oberösterreichische Landesregierung bei ihrer ersten Sitzung nach den Semesterferien am 28. Februar Mennicken zum Intendanten bestellen wird. Klügl wechselt ab der Saison 2006/2007 als Intendant an die Staatsoper Hannover.

Schwerpunkt beim Schauspiel

Mit 15 Premieren liegt der Schwerpunkt beim Schauspiel. Die Bandbreite reicht hier von großen klassischen Dramen wie Shakespeares "König Lear" und Schillers "Maria Stuart" bis zu Werken von Franz Xaver Kroetz und Rainer Werner Fassbinder, sowie der Uraufführung einer Farce des Thomas-Bernhard-Stipendiaten Christoph Nußbaumeder mit dem Titel "Mindlfinger Goldquell" - ein Stück, das, wie der Titel bereits vermuten lässt, in der Getränkebranche spielen wird. Weiters im Schauspiel-Spielplan des Landestheaters 2005/2006: Raimunds "Alpenkönig und der Menschenfeind", Arthur Schnitzlers "Der einsame Weg", Ibsens "Hedda Gabler" und ein Qualtinger-Abend unter dem Titel "Ich war schon als Kind nicht sehr jung".

Das Musiktheater kündigt acht Premieren an, in zeitlicher Spannweite von Monteverdis "L'Orfeo" bis zur Uraufführung eines Werks des heimischen Komponisten Peter Androsch. Unter dem Arbeitstitel "Bunte Steine" soll es sich um einen "Bilderreigen in Gesängen nach Adalbert Stifter" handeln. Das Libretto stammt von Silke Dörner. Außerdem in der Musiksparte des Landestheaters Linz: Mozart - Entführung aus dem Serail, Strauß - Fledermaus, Puccini - Manon Lescaut, Donizetti - Lucia di Lammermoor, Humperdinck - Hänsel und Gretel sowie "Riemannoper" von Tom Johnson, eine Oper über die Oper, basierend auf dem bekannten Riemann-Musiklexikon. Als Musical-Produktion kommt George Gershwins "Of Thee I Sing" ins Große Haus des Theaters.

Ballett, letztmalig unter Mannes

Ballettchef Jörg Mannes, der mit Intendant Klügl ebenfalls 2006 nach Hannover wechselt, kündigte für die nächste Spielzeit am Linzer Landestheater drei Ballett-Produktionen an: Eine mit Musik von Franz Schubert, weiters Präludien und Fugen von Johann Sebastian Bach choreografiert und - bereits als Koproduktion mit Hannover - "Romeo und Julia".

Unter dem Sammelbegriff "Theater für junges Publikum" - mit eigener Spielstätte im Landeskulturzentrum Ursulinenhof in Linz - wird es zehn neue Produktionen geben, darunter eine Bearbeitung des Shakespeare-Dramas "Romeo und Julia" für Jugendliche ab 14 Jahre. Das "Klassenzimmer-Stück" "Klamms Krieg", mit dem die Landesbühne in den Schulen gastiert, zählt bereits 150 Aufführungen und wird wegen der großen Nachfrage weiter gespielt. 80 Prozent Auslastung

Intendant Michael Klügl zog in seiner Spielplan-Pressekonferenz auch ein erstes Resümee seiner acht Jahre im Haus an der Promenade. Mit einer Gesamtauslastung von 85 Prozent in der vergangenen Spielzeit - das entspricht rund 240.000 Besuchern - sei das Landestheater Linz "eine der erfolgreichsten Bühnen als Vier-Sparten-Haus im deutschen Sprachraum".

In der laufenden Spielzeit liege man bisher bei rund 80 Prozent Gesamtauslastung. Im Schauspiel betrage sie heuer laut Intendant Klügl sogar über 90 Prozent. Nach massiven Verlusten von Abonnenten zu Beginn von Klügls Linzer Tätigkeit sei es inzwischen wieder gelungen, zuzulegen. Dazu haben nach Einschätzung des Intendanten neue und zusätzliche Abo-Möglichkeiten, wie etwa ein "Schnupper-Abo", beigetragen. Erfreut zeigte er sich auch über den Publikumserfolg der Ballettproduktionen unter dem neuen, jedoch bald wieder scheidenden Ballettdirektor Jörg Mannes.

Landeshauptmann Pühringer dankte in der Pressekonferenz dem Theater, dass es im Gedenkjahr 2005 mit Stücken wie Thomas Bernhards "Heldenplatz" oder jüngst mit dem Jägerstätter-Stück "Augenzeuge" auf aktuelle Zeitthemen eingehe und damit auch seine bildungspolitische Aufgabe wahrnehme. (APA)

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