"Furcht, jeden Augenblick verhaftet zu werden"

23. Februar 2005, 11:25
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dpa-Mitarbeiter in Simbabwe flieht vor Druck der Behörden - Fall soll vor Wiener IPI

Angesichts zunehmenden Drucks der Behörden in Simbabwe hat der Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur (dpa), Jan Raath, den autoritär regierten afrikanischen Staat verlassen. "Ich musste befürchten, jeden Augenblick verhaftet zu werden", sagte Raath am Freitag in Johannesburg. Der Journalist, der seit 1994 für dpa aus Simbabwe berichtete und auch für die britische Tageszeitung "Times" arbeitet, gehörte zu einer kleinen Gruppe Berichterstatter, die im Lande für ausländische Medien tätig waren.

Vorwand für Verhaftung

Die Polizei hatte zum Wochenauftakt ohne Durchsuchungsbefehl zwei Tage lang die Büros mehrerer Korrespondenten durchsucht und dabei auch von Spionageverdacht und illegaler Tätigkeit gesprochen. Raath: "Sie suchten jeden Vorwand für eine Verhaftung, um uns im Vorfeld der Parlamentswahl am 31. März mundtot zu machen."

In Simbabwe sind die ausländischen Medien nach verschiedenen Beschränkungen für die Presse nur noch durch wenige Journalisten vertreten.

Die Chefredaktion der dpa in Hamburg verurteilte das Verhalten der simbabwesischen Behörden. Die dpa werde den Fall vor das Internationale Presse Institut (IPI) in Wien bringen. Das IPI, eine weltweite Vereinigung von Journalisten, hat sich der Verteidigung der Pressefreiheit verschrieben. (APA/dpa)

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