Österreichische Aktien waren 2004 im Ausland sehr gefragt

25. Februar 2005, 20:50
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OeNB: ATX-Höhenflug sorgte für Absatzboom - Auch Österreicher veranlagten mehr im Ausland

Wien - Zu einem Absatzboom österreichischer Aktien hat 2004 der Höhenflug des Leitindex ATX geführt. Auf Basis von Zahlungsströmen wurden im Vorjahr netto 5,6 Mrd. Euro heimische Aktien und Investmentzertifikate im Ausland abgesetzt.

Bankentitel besonders beliebt

Das ist fast zweieinhalb Mal so viel wie 2003, als dieser Wert 2,3 Mrd. Euro betrug, ergeben auf Zahlungsströmen basierende Berechnungen der Oesterreichischer Nationalbank (OeNB). Vor allem Banktitel waren gefragt. In Summe lag der Nettoabsatz österreichischer Wertpapiere im Ausland mit 25,6 Mrd. Euro um ein Viertel über jenem von 2003.

Auch österreichische Finanzinvestoren veranlagten 2004 mit 25,4 Mrd. Euro um zwei Drittel mehr in ausländische Titel als 2003. Mehr als vier Fünftel der gesamten Wertpapierinvestitionen entfielen dabei auf langfristige Rentenwerte, teilt die OeNB am Freitag mit.

Leistungsbilanzdefizit beträgt 0,8 Milliarden Euro

Das Leistungsbilanzdefizit 2004 lag nach vorläufigen Berechnungen der OeNB mit 0,8 Mrd. Euro oder minus 0,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) im ausgeglichenen Bereich, der üblicherweise mit +/- 1 Prozent des BIP definiert ist. Dies entspreche in etwa dem Ergebnis des Vorjahres. Im Jahr 2003 hatte der vorläufige Saldo minus 0,4 Prozent des BIP betragen, während das endgültige Ergebnis dann bei einem Defizit von 0,9 Prozent lag.

Die Leistungsbilanz wurde 2004 maßgeblich von höheren Exportüberschüssen von Waren und Dienstleistungen bestimmt, die sich auf 3,2 Mrd. Euro verdoppelten. Die Teilbilanzen Einkommen mit minus 1,4 Mrd. Euro und Laufende Transfers mit minus 2,5 Mrd. Euro zeigten dagegen höhere Defizite.

2004 wurden Waren und Dienstleistungen im Gegenwert von 124,9 Mrd. Euro exportiert. Ein Plus von 8 Prozent gegenüber 2003. Die Importe lagen mit 121,8 Mrd. Euro um 7 Prozent über dem Vergleichswert. Der Reiseverkehrsüberschuss ergab mit 2,4 Mrd. Euro ein Plus von 20 Prozent.

Einkommensbilanz tiefer ins Minus gerutscht

Mit minus 1,4 Mrd. nach 1,0 Mrd. Euro deutlich passiver zeigte sich 2004 die Einkommensbilanz. Einkommensabflüsse von netto 2,7 (2,4) Mrd. Euro waren insbesondere aus dem grenzüberschreitenden Wertpapiergeschäft zu verzeichnen. Höhere Nettozahlungen ergaben sich auch aus Direktinvestitionserträgen, die sich auf minus 0,5 (minus 0,3) Mrd. Euro beliefen. Die Bilanz der Laufenden Transfers verzeichnete ein Defizit in Höhe von 2,5 (1,6) Mrd. Euro.

Die Direktinvestitionen im Ausland erreichten im Vorjahr brutto wieder das Niveau des Jahres 2003, infolge deutlich höherer Beteiligungsauflösungen reduzierten sich jedoch die Nettotransaktionen fast um die Hälfte auf 2,6 Mrd. Euro. Auch ausländische Unternehmensbeteiligungen lagen im Jahr 2004 auf Grund höherer Desinvestitionen mit netto 2,0 Mrd. Euro merkbar unter dem Vergleichswert von 3,5 Mrd. Euro.

Die Teilbilanz der Sonstigen Investitionen, die insbesondere das grenzüberschreitende Geschäft mit Krediten und Einlagen umfasst, wies Nettokapitalimporte in Höhe von 3,5 Mrd. Euro auf, nachdem im Vergleichszeitraum 3,7 Mrd. Euro abgeflossen waren. Die offiziellen Währungsreserven nahmen transaktionsbedingt um 1,6 Mrd. Euro ab. (APA)

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