Vormachtstellung der USA im Hightech-Bereich wankt

25. Februar 2005, 10:12
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Think Tank sieht rückläufige Staats-Ausgaben als Grund

In den USA werden Stimmen laut, die den Verlust der Vormachtstellung in Wissenschaft und Technik befürchten. Die Task Force on the Future of American Innovation, ein Think Tank von Unternehmen aus der Hightech-Industrie, wissenschaftlichen Organisationen und akademischen Vereinigungen, warnt vor einem Engpass an qualifiziertem Personal. "US-Unternehmen müssen sich zunehmend im Ausland umschauen, um qualifizierte Techniker zu bekommen. Wenn dieser Trend anhält, werden neue Technologien immer häufiger im Ausland und nicht in den USA entwickelt werden", zitiert die Task Force Intel-Chef Craig Barrett.

Personalmangel

Der Think Tank warnt, dass der Personalmangel die wirtschaftlichen Erfolge der USA gefährden kann. "Die USA werden mit einem signifikanten Rückgang bei (Natur)Wissenschaftlern und Technikern konfrontiert sein. Diese sind aber notwendig, um unsere innovative Kraft zu behaupten und zu stärken", sagte Nils Hasselmo, Präsident der Vereinigung amerikanischer Universitäten. Der Rückgang sei eine schlechte Nachricht für die amerikanischen Universitäten und die Industrie. "Der Rückgang ist aber auch eine schlechte Nachricht für unsere zukünftige wirtschaftliche Entwicklung und unsere nationale Sicherheit", warnte Hasselmo. Nach Angaben der Task Force studieren immer weniger US-Bürger Natur- oder technische Wissenschaften. Zudem sei das Personal überaltert - Pensionierungen werden demnach zu einem weiteren Engpass führen.

Grundlagenforschung

Generell macht die Task Force die rückläufigen Ausgaben der US-Bundesstellen für Forschung und Entwicklung für die Misere verantwortlich. Die Bundesausgaben für Grundlagenforschung in den technischen Wissenschaften seien seit 30 Jahren kaum oder nur wenig gewachsen. Bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt habe es einen Rückgang gegeben. Mittlerweile gibt der private Sektor in den USA wesentlich mehr als der staatliche für Forschung und Entwicklung aus. Die Privaten sorgen für 68 Prozent der Gesamtausgaben.

Rückgang der US-Hightech-Exporte

Als weiteren Maßstab für die negative Entwicklung führt die Task Force den Rückgang der US-Hightech-Exporte an. Diese hatten 1980 noch mehr als 30 Prozent der weltweiten Exporte ausgemacht. Bis zum Jahr 2001 sei dieser Wert auf 18 Prozent gefallen. Darüber hinaus würden Konkurrenten wie etwa asiatische Länder wesentlich mehr in Zukunftsbereiche wie Nanotechnologie investieren, kritisieren die Experten. (pte)

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