Urteil bei Mord an Diplomaten-Witwe: Drei Monate nach Knebelung tot entdeckt

21. Februar 2005, 13:27
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17 Jahre Haft - Vietnamesin wollte Landsmann helfen - Beraubte wurde komplett verpackt und konnte sich nicht selbst befreien

Wien - Danh Cuong N. wurde wegen Raubmordes zu 17 Jahren Haft verurteilt. Sein Geständnis und seine bisherige Unbescholtenheit wurden ihm mildernd angerechnet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig

Laut Anklage hat der 23-Jährige am 10. Oktober 2003 die Diplomaten-Witwe Nguyet Song N. in ihrer Wohnung in Wien-Brigittenau vorsätzlich getötet. Der 68-Jährigen wurde ihre Hilfsbereitschaft zum Verhängnis: Sie hatte in der Straßenbahn einen mittellosen jungen Mann kennen gelernt, der wie sie aus dem Vietnam stammt. Er tat ihr Leid, sie nahm ihn mit nach Hause, kochte ihm und wollte ihm zur Überbrückung etwas Geld borgen.

Nachdem sie ihn bewirtet hatte, fasste der 23-Jährige den Entschluss, die Witwe zu berauben. Er überwältigte die Frau, verschnürte sie und wickelte sie von Kopf bis Fuß komplett in Leintücher und Decken ein, die er zusätzlich mit Paketklebebändern fixierte.

Vermieter wunderte sich über das große Paket

Die Tote wurde erst drei Monate später vom Vermieter entdeckt. Dabei hatte dieser zuvor schon ein Mal Nachschau gehalten, weil er die zurück gezogen lebende Witwe längere Zeit nicht mehr gesehen hatte. Ihm war dabei auch ein größeres "Paket" am Fußboden aufgefallen. Doch erst bei seinem zweiten Besuch am 16. Jänner 2004 erkannte er, dass sich darin ein menschlicher Körper befand. Die geknebelte Frau erstickte qualvoll. Ihre Leiche wurde erst drei Monate später entdeckt.

Danh Cuong N., der in der Wohnung seine Fingerabdrücke hinterlassen hatte und beim Geldabheben von einer Überwachungskamera gefilmt worden war, konnte im März 2004 in Tschechien festgenommen werden. Im Sommer wurde er nach Österreich ausgeliefert. (APA)

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