Kritik zu Berlusconi-Spot: Schwedisches TV kontert

18. Februar 2005, 20:18
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"Wir müssen bereit sein, zu provozieren"

Ein vom Schwedischen Fernsehen SVT kreierter TV-Spot, der die eigene Rolle als unabhängiges Medium hervorstreicht, hat gleichzeitig einen unschmeichelhaften Vergleich mit der Situation der Medien in Italien und dem Einfluss von Ministerpräsident Silvio Berlusconi angestellt. Der Spot sorgte in Italien für erhebliche Verärgerung. Das Schwedische Fernsehen kontert nun.

"Wir wollen eine Diskussion, in der das Schwedische Fernsehen und sein öffentlich-rechtlicher Charakter deutlich werden", betonte die Informationsintendantin von SVT Helga Baagöe, die den Spot nicht als Reklame in eigener Sache, sondern als Diskussionsbeitrag verstanden sehen möchte. "Wir müssen bereit sein, zu provozieren." Das System in Italien sei eben ein anderes als in Schweden, weil die Regierung dort direkten Einfluss auf das öffentliche Fernsehen habe, so Baagöe.

Zahlreiche italienische Medien hätten sich im übrigen bereits bei SVT wegen dem Spot gemeldet. Darin heißt es, dass Berlusconi 90 Prozent der landesweiten TV-Sender kontrolliert. Außerdem wird hervorgehoben, dass Berlusconi die Wahlen unter anderem deshalb gewonnen habe, weil er so viel Einfluss auf die Medien besitzt. (APA)

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