Nasdaq schmeißt SCO von der Börse

4. März 2005, 11:18
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Delisting droht binnen einer Woche

Der als "Linux-Jäger" bekannten SCO Group droht das Delisting von der Technologie-Börse Nasdaq. Dies teilte das Unternehmen heute, Donnerstag, in Lindon im US-Bundesstaat Utah mit. Die Nasdaq wirft der SCO einen Verstoß gegen die Berichtspflichten vor. Eine entsprechende Mitteilung der Nasdaq habe das Unternehmen erhalten, teilte SCO weiter mit.

Automatisch

Nach Angaben der Technologie-Börse wird das Delisting automatisch am 25. Februar wirksam. Um auf den bevorstehenden Rausschmiss hinzuweisen, wird dem SCO-Symbol an der Börse ab morgen, Freitag, der Buchstabe "E" angehängt. Das Börsenkürzel wird somit "SCOXE" lauten. Das Unternehmen kann lediglich versuchen, einen Aufschub zu erreichen, indem es eine Anhörung beantragt und darauf hofft, dass das Delisting für die Dauer der Anhörung hinausgeschoben wird.

Unerfreuliche Entwicklungen bei SCO ...

Die Mitteilung der Nasdaq reiht sich ein in eine lange Kette von unerfreulichen Entwicklungen bei dem Unternehmen. SCOs Geschäftsmodell basiert zu einem Teil darauf, dass es Linux-User klagt, weil Linux-Produkte angeblich gegen das geistige Eigentum von SCO am Betriebssystem Unix verstoßen würden. Bereits 2003 hatte die SCO Group eine Milliarden-Klage gegen IBM eingebracht. Im April 2004 wurde schließlich auch der deutsch-amerikanische Autokonzern DaimlerChrysler vor den Kadi gezerrt.

Nicht erfolgreich

Die Anwaltskosten und ausbleibende Erfolge bei den Klagen zerren aber am Kapital des Unternehmens. So fiel der Umsatz im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres von 24,3 Mio. Dollar im Vorjahr um mehr als die Hälfte auf knapp über zehn Mio. Dollar. Gleichzeitig explodierten die Nettoverluste von 1,6 Mio. Dollar im Vorjahr auf nunmehr 6,5 Mio. Dollar. Auch mit seinem Lizenzgeschäft in der Sparte SCOscource ist das Unternehmen alles andere als erfolgreich.(pte)

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SCO Group dr

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