Ein Jahrzehnt zum Brückenbauen

4. März 2005, 11:57
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Mit der ersten "Gipsy Radio Gala" wurde im Alsergrunder Kolpingheim das Jahrzehnt der Roma gefeiert

Im Grunde ist das, was Branislav Nikolic Mittwochabend im Alsergrunder Kolpingheim bei der ersten "Gipsy Radio Gala" verlangte, ja nicht viel: "Versuchen wir, einander einfach als Menschen zu sehen. Nicht mehr und nicht weniger."

Klischees

Aber das Einfache, weiß der gelernte Computerspezialist, fällt im echten Leben dann halt oft schwer: Ohne Grund, erklärte Nikolic, würden - von ihm geschätzte - österreichische 40.000 Roma bei der Frage nach ihrer Volksgruppenzugehörigkeit ihre Herkunft wohl nicht verleugnen. "Viele Leute sehen nur Klischees: Tanzen und Musik oder aber Kinder, die bloßfüßig über Müllhalden laufen - die Normalität interessiert nicht."

Zu vermitteln, dass es die sehr wohl gibt, sei aber - auch - eines der Anliegen des zu Jahresbeginn begonnenen "Jahrzehntes der Roma". Und Nikolic will mit seiner Onlineplattform Gipsy Info (www.gipsyradio.com) helfen, Brücken zu schlagen: "Es ist doch bezeichnend, dass so viele Nicht-Roma gar nicht wissen, dass es dieses Jahrzehnt überhaupt gibt." Freilich: Bei der Galanacht am Mittwoch standen dann Musik, Tanz und Lebensfreude im Vordergrund: "Nur um Klischeevorstellungen zu entkräften auf schöne Dinge zu verzichten, wäre geradezu idiotisch."

  • Brückenbau zur Normalität: Nikolic
    foto: rott

    Brückenbau zur Normalität: Nikolic

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