Wiener "Angewandte" könnte auf Donauplatte wandern

24. Februar 2005, 19:13
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Projekt von Coop Himmelb(l)au - Noch nicht definitiv

Rust/Wien - Die Wiener Universität für Angewandte Kunst soll innerhalb der nächsten vier Jahre auf die Donauplatte bei der UNO-City übersiedeln. Das hat Wiens Planungsstadtrat Rudolf Schicker (S) am Rande der Klubtagung der Wiener SPÖ in Rust bekannt gegeben. Schicker wünscht sich dabei die Realisierung von Entwürfen von Wolf D. Prix von Coop Himmelb(l)au.

Die derzeit am Oskar-Kokoschka-Platz im 1. Bezirk untergebrachte Universität werde in der Donau-City zusammen mit einem neuen "Haus der Kultur" angesiedelt werden, hieß es.

Kooperation mit der Kunsthalle Wien

Als "ernsthafte Option" bezeichnet der Rektor der Universität für Angewandte Kunst, Gerald Bast, die Möglichkeit einer Übersiedlung seiner Uni auf die Donauplatte. "Ob und wann eine Realisierung möglich ist, hängt von den Ergebnissen der Gespräche mit der Stadt Wien und vom Ausmaß der Unterstützung durch die Stadt ab", so Bast am Freitag in einer Aussendung. Die derzeit bestehende Kooperation der Angewandten mit der Kunsthalle Wien könnte auf der Donauplatte fortgeführt werden, bestätigten beide Institutionen.

Bast könnte sich die "Nutzung von Teilen des neuen Gebäudes gemeinsam mit der Kunsthalle Wien" vorstellen, mit der es derzeit Zusammenarbeit u. a. im project space am Karlsplatz und der "ursula blickle videolounge" gibt. In der Kunsthalle hieß es, dass man "gerne zu Kooperationen mit der Angewandten auf der Donauplatte bereit sei", sollte es zu einem Umzug kommen. An eine Aufgabe des Standortes im MuseumsQuartier sei jedoch nicht gedacht, so eine Sprecherin von Kunsthallen-Leiter Gerald Matt, der sich derzeit im Ausland aufhält.

"Stammzelle"

Auch die "Angewandte" will ihren derzeitigen Standort am Ring nicht aufgeben, sondern diese "Stammzelle der Angewandten" weiter nutzen - und liefert gleich einige Vorschläge dafür: Entstehen könnte ein Zentrum für postgraduale Weiterbildung in den Bereichen Kunst, Architekturdesign und Medien, ein Atelierzentrum für Lehrer und Absolventen der Angewandten oder ein "Standort für ein Designzentrum Wien" in Kooperation mit der Stadt Wien, so Bast.

Zuerst müssten jedoch "die nächsten Wochen darüber entscheiden, ob diese Chance wirklich genutzt werden kann", so Bast. Derzeit würden Vorgespräche über den Umzug geführt, noch sei nichts definitiv, wurde betont. Voraussetzung für einen Umzug sei für die "Angewandte" eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Erfüllung ihrer Aufgaben in Lehre, Forschung und Entwicklung der Künste am neuen Standort, so Bast.

Die Angewandte wäre damit nach der Technischen Universität (TU) bereits die zweite Universität innerhalb weniger Wochen, die nach Wien-Donaustadt übersiedeln soll. (APA)

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