Kirchliche Pädaks: "Keine feindliche Übernahme"

22. März 2006, 16:05
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Fusionsplan für öffentliche und kirchliche Pädaks sorgt für Wirbel - SPÖ: Übernahme mit dem Prinzip der Trennung von Kirche und Staat nicht vereinbar

Wien – "Niemand wird einverleibt und schon gar nicht wird es eine feindliche Übernahme durch wen auch immer geben." So reagiert der Direktor der Pädagogischen Akademie der Diözese Linz, Hans Schachl, auf die Befürchtung von SP-Bildungssprecher Erwin Niederwieser, dass es nach der geplanten Umwandlung der 50 pädagogischen Akademien und Institute in Österreich in rund zehn "Pädagogische Hochschulen" an manchen Standorten – etwa in Linz und Graz – nur noch kirchliche pädagogische Hochschulen geben könnte.

Das, so Niederwieser, wäre "vom Prinzip der Trennung von Kirche und Staat nicht verantwortbar". Ähnlich denkt der Leiter der Pädagogischen Akademie des Bundes in Linz, Josef Fragner: "Wir sehen nicht ein, dass es in Oberösterreich keine öffentliche pädagogische Hochschule geben sollte, weil wir von unserer Größe, unserer Vorbereitung und unserem internationalen Standort eigentlich eine Vorzeigeeinrichtung sind", sagte er im "Morgenjournal".

Fragners Pendant in der diözesanen Pädak, Schachl, meint im Standard-Gespräch: "Es gibt ein unterschriebenes Fairnessabkommen. Ganz gleich, wer in Zukunft die Pädagogische Hochschule in Linz führt, ob der Bund oder die Diözese – Federführung bedeutet nicht, dass andere geschluckt werden."

Schachl stört in der Debatte, "dass jetzt unnötige Ängste geschürt werden, die unbegründet sind. Schon jetzt haben wir viele Studierende ohne religiöses Bekenntnis oder auch Muslime. Geschiedene Lehrer können bei uns unterrichten. Der Zugang ist total offen und bleibt garantiert. Religiöse Indoktrination durch die Hintertür findet nicht statt. Und niemand muss sich bei uns der Kirche unterordnen."

Die Leiterin des Schulamts der Erzdiözese Wien, Christine Mann, schließt indes aus, dass kirchliche in öffentlichen Pädaks aufgehen. Im Bildungsministerium erarbeitet eine Arbeitsgruppe die Fusionspläne. (Lisa Nimmervoll/DER STANDARD-Printausgabe, 18.2.2005)

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    foto: standard/fischer
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