Kärntner Diözese finanzierte unabsichtlich Abtreibungen und Waffen

25. Februar 2005, 20:54
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Kirche hielt Anteile an zweifelhaften Firmen - In Zukunft sollen nur mehr "ethisch korrekte" Aktien gekauft werden

Klagenfurt - Die Diözese Gurk hat laut einem Bericht des ORF bisher ohne ihr Wissen Abtreibungen, Kriegsflugzeuge, Kinderarbeit, Tierversuche und Korruption mitfinanziert.

Dies ergab eine eingehende Sichtung aller Firmen-Beteiligungen durch den Direktor der bischöflichen Finanzkammer, Franz Lamprecht. Die Diözese wird nun auf Anordnung von Bischof Alois Schwarz diese Aktien abstoßen und will nur noch "ethisch tadellose Gewinne" einfahren.

15 Verstöße gegen "ethisches Wirtschaften"

Laut Lamprecht habe die Diözese im Spätherbst 2004 damit begonnen, die Konzerne, an denen sie beteiligt war, auf "dunkle Punkte" abzuklopfen. "Wir wollten einfach überprüfen, ob die Firmen unseren strengen ethischen Ansprüchen genügten". Dabei habe man herausgefunden, dass zum Beispiel ein US-Krankenhausbetreiber, von dem die Katholische Kirche Anteile gehalten hat, auch Abtreibungskliniken besaß.

Auch habe man festgestellt, dass die Diözese Aktien eines Herstellers von Kriegsflugzeugen hatte. Insgesamt seien bei verschiedenen Geschäftspartnern 15 Verstöße gegen "ethisches Wirtschaften" gefunden worden. Ebenfalls aufgeben werde man die Beteiligungen an einem bekannten Sportschuhhersteller, da dieser "mit Kinderarbeit produziert", erklärte Lamprecht.

Der bischöfliche Finanzdirektor legte im Gespräch mit der APA am Donnerstag Wert auf die Klarstellung, dass die Aktien nicht von der Kirche, sondern von Banken gekauft worden seien, die man mit der Vermögensverwaltung betraut hätte. "Ethisch korrekte" Aktien würden laut Lamprecht geringe Wertschwankungen aufweisen, aber genauso hohe und dazu noch "saubere" Erträge bringen. Es sei "wichtig einen Beitrag zu leisten, dass wirtschaftlich ungerechte Strukturen zumindest nicht von der Kirche unterstützt werden". (APA)

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    Beim durchforsten ihrer Firmenbeteiligungen fand die Diözese Gurk 15 Verstöße gegen "ethisches Wirtschaften"

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