Leica: Finanzielle Lage kritisch - Frisches Kapital nötig

25. Februar 2005, 20:44
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Kamerahersteller erwartet Verlust von mehr als 10,15 Mio. Euro - Vorerst sollen keine Mitarbeiter entlassen werden

Solms - Die finanzielle Lage des traditionsreichen Kameraherstellers Leica wird immer prekärer. Im März werde bei der Leica Camera AG ein Verlust von mehr als 10,15 Mio. Euro erwartet, teilte das Unternehmen am Donnerstag in einer Schnellmeldung mit.

Der Kamerahersteller brauche dringend frisches Kapital. "Es laufen Verhandlungen seitens des Managements, um die Rekapitalisierung vorzubereiten", sagte ein Sprecher. Einzelheiten wollte er nicht nennen.

Kein Mitarbeiterabbau geplant

Weitere Arbeitsplätze seien zunächst nicht bedroht. Im vergangenen Jahr hatte Leica 100 Arbeitsplätze abgebaut und beschäftigt nun weltweit 1100 Mitarbeiter.

Der Vorstand arbeite an einer Strategie zur Verbesserung der Situation, berichtete der Sprecher. Details zu den geplanten Kapitalmaßnahmen sollen erst mit der Einladung zur Hauptversammlung am 31. Mai bekannt gegeben werden.

Der Kamerahersteller hatte Mitte Dezember bereits angekündigt, dass das Unternehmen im Geschäftsjahr 2004/2005 (31. März) auf einen Verlust von rund zehn Mio. Euro zusteuere. Aus dem Geschäftsjahr 2003/2004 stamme noch ein Verlust von 1,6 Mio. Euro.

Mitarbeiter über Verlustwarnung informiert

Das Grundkapital der Leica Camera AG beträgt nach seinen Angaben insgesamt 15,9 Mio. Euro - 4,4 Mio. Euro Kapitalrücklagen und 11,5 Mio. Euro gezeichnetes Kapital. Die meldepflichtige Verlustschwelle errechne sich aus der Hälfte des gezeichneten Kapitals und den vollen Kapitalrücklagen. Der traditionsreiche Kamerahersteller hat auf Grund wirtschaftlicher Probleme bereits mehrere Restrukturierungen hinter sich, etwa vor fünf Jahren und im vergangenen Jahr. Die Mitarbeiter wurden am Donnerstag in einer Versammlung über die Verlustwarnung informiert.

Als Hauptprobleme sieht das Unternehmen verspätete Markteinführungen vor allem in der Sportoptik, die starke Konzentration auf Digitalfotografie und den hohen Euro, der die Produkte im Ausland sehr viel teurer gemacht habe. (APA/dpa)

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