Russische Avantgarde im Mumok

21. Februar 2005, 21:39
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Griechische "Sammlung Costakis" als internationalen Auftakt zum "Jahr des Sammelns"

Wien - Mit der "Sammlung Costakis" stellt das Museums Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien (Mumok) "als internationalen Auftakt zum Jahr des Sammelns", so Direktor Edelbert Köb, eine der bedeutendsten internationalen Kunstsammlungen aus. Mehr als 5.000 Werke der russischen Avantgarde von 1910 bis 1930 hat der in Moskau lebende Grieche George Costakis (1913 bis 1990) in der Nachkriegszeit erworben. Im Mumok sind vom 18. Februar bis zum 19. Juni rund 330 Werke von 32 Künstlern ausgestellt. Geordnet hat man sie nicht etwa nach Künstlern oder Strömungen, sondern nach den Aspekten Licht und Farbe.

"Idee von Elan"

Die Kuratoren Miltiades Papanikolaou, Direktor des Staatlichen Museums für Zeitgenössische Kunst in Thessaloniki, wo die vom griechischen Staat um 35 Millionen Dollar erworbene Sammlung beheimatet ist, und Maria Tsantsanoglou konnten aus dem Vollen schöpfen. Die umfangreiche Sammlung enthält Arbeiten wichtiger russischer Künstler wie Kasimir Malewitsch, Wladimir Tatlin, El Lissitzky, Alexander Rodtschenko, Varvara Stepanova, Iwan Kudriasev und Kliment Redko.

George Costakis, der 1913 als Sohn eines griechischen Kaufmanns in Moskau geboren wurde, begann 1946, die Werke der russischen Avantgarde zu sammeln, als diese Kunst vom Staat noch verfemt war. Costakis kaufte direkt bei den Künstlern oder deren Verwandten. Die Werke geben "eine Idee von dem Elan, mit dem in Russland der Schritt in die Moderne vollzogen wurde", wie Köb auf der Pressekonferenz heute, Donnerstag, meinte.

Die Schau, die bereits von November 2004 bis Jänner im Berliner Martin-Gropius-Bau Station gemacht hatte, gibt einen vielschichtigen Einblick in die Tendenzen der klassischen Moderne. Die Ordnung nach Aspekten von Licht und Farbe, von "Schwarz" bis "Weiss" statt nach Stilrichtungen oder Künstlern zeigt Querverbindungen durch die Sammlung. (APA)

"Die Sammlung Costakis. Licht und Farbe in der Russischen Avantgarde 1910 bis 1930." Im Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien vom 18. Februar bis zum 19. Juni. Öffnungszeiten Di bis So 10 bis 18 Uhr, Do 10 bis 21 Uhr.

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mumok.at
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    foto: mumok
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