Medaillen außer Reichweite

19. Februar 2005, 11:43
posten

Österreich hofft bei Bob- und Skeleton-WM in Calgary auf Top-Sechs-Plätze

Calgary - Von Medaillen wird im Lager des österreichischen Bob- und Skeletonverbandes vor den in der Nacht auf Samstag in Calgary beginnenden Weltmeisterschaften nicht geredet. Top-Sechs-Platzierungen von Wolfgang Stampfer im Zweierbob und dem Olympiazweiten Martin Rettl im Skeleton sind das Ziel. Der Bremser von Stampfer wurde erst am (heutigen) Donnerstag ermittelt, zur Wahl standen Jürgen Mayer und Klaus Seelos. Den zweiten Bob lenkt Jürgen Loacker.

Im Zweierbob, der ersten WM-Entscheidung in den Nächten auf Samstag und Sonntag (je zwei Läufe) europäischer Zeit, sind 42 Schlitten aus 25 Nationen am Start. "Nicht nur die Quantität hat sich in der vorolympischen Saison verbessert, sondern auch die Qualität. Im Weltcup waren die ersten 20 meistens auf eineinhalb bis zwei Sekunden zusammengeschoben. Von Stampfer erwarte ich mir im Zweier eine Top-Sechs-Platzierung, Loacker sollte das Finale der besten 20 erreichen", gibt Nationaltrainer Manfred Maier als Ziel vor.

"Wir fühlen uns wohl hier, die Betreuer arbeiten rund um die Uhr, und das ist auch notwendig, im Vergleich zu anderen Nationen haben wir das kleinste Betreuerteam. Während andere fast in jeder Kurve einen Videomann stehen haben, müssen wir uns mit zwei Kameras für die ganze Bahn begnügen. Unser Team besteht aus neun Mann, die Schweizer sind mit 37 angereist und Deutschland stellt mit knapp 50 Personen das größte Team", gibt Stampfer zu bedenken. Favoriten sind der Schweizer Martin Annen, Lokalmatador und Titelverteidiger Pierre Lueders sowie und der Deutsche Andre Lange. Die Entscheidungen im Viererbob finden erst am 26./27. Februar statt.

Sehr gut ist die Stimmung die Rot-Weiß-roten Skeletonlager. "Mein neuer Schlitten läuft auf dieser Bahn überzeugend. Die Muskelverletzung aus St. Moritz wird von Tag zu Tag besser, das Gefühl von früher stellt sich langsam wieder ein. Wenn ich im Rennen voll starten kann, muss ein Platz unter den besten Sechs drinnen sein", sagte Martin Rettl.

Seine Favoriten? "Die Kanadier Jeff Pain und Duff Gibson, die Amerikaner Chris Soule, Zach Lund und Eric Bernotas und der Schweizer Gregor Stähli. Besonders die beiden Kanadier werden auf ihrer Heimbahn schwer zu knacken sein." Für Markus Penz geht es darum, "vier gute Läufe hinunter zu bringen, dann ist eine Platzierung irgendwo unter den Top Ten sicher drinnen." Penz landete bei der Vorjahrs-WM in Königssee auf dem sechsten Platz, Rettl, der Weltmeister von 2001, wurde 15. Titelverteidiger ist Gibson.

Trainer Alexander Müller rechnet mir einem knappen Ausgang des Herrenbewerbs: "Unsere werden von Training zu Training schneller und können noch kleine Fehler ausmerzen. Bis zum Rennen sollten wir die Bahn ganz gut im Griff haben. Allerdings sieht man jetzt schon an den Trainingszeiten, dass es im Rennen wieder verdammt knapp hergehen wird." Die Stimmung im Team bezeichnet er als "hervorragend. Für Lagerkoller bleibt keine Zeit bei dem umfangreichen Programm. Kraftraum, Leichtathletikanlage, Eisstartanlage stehen uns für eine optimale Vorbereitung zur Verfügung", lobt Müller die Bedingungen. (APA)

WM-Programm Calgary:
Samstag (02:00 Uhr): Zweierbob: 1./2. Lauf
Sonntag (02:00 Uhr): Zweierbob: 3./4. Lauf
17:00 Uhr: Skeleton Männer und Frauen, 1./2. Lauf
Montag (17:00 Uhr): Skeleton Männer und Frauen, 3./4. Lauf
Samstag/Sonntag (26./27. Februar): Viererbob

Share if you care.