Bühnen version des Dogma-Filmes "Das Fest" in drei Landeshauptstädten

21. Februar 2005, 21:32
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Erstaufführung in Graz, danach Premieren in Linz und Bregenz

Linz/Graz/Bregenz - Die Schauspielversion des Dogma-Films "Das Fest" von Thomas Vinterberg ist in der laufenden Theatersaison demnächst gleich auf drei Landeshauptstadtbühnen zu sehen. Die Österreichische Erstaufführung findet am Freitag, den 18. Februar, im Schauspielhaus Graz statt, die weiteren Premieren sind in den Kammerspielen in Linz am 11. März und im Landestheater Bregenz am 19. März vorgesehen.

Unabhängig zustande gekommen

Die Inszenierungen von "Das Fest" an den drei Landestheatern Graz, Linz und Bregenz seien "völlig unabhängig voneinander" zu Stande gekommen, so die Sprecherin des Grazer Schauspielhauses. "Das Stück scheint im aktuellen Trend zu sein. Wir haben allerdings das Glück, die österreichische Erstaufführung am Freitag abhalten zu dürfen", so die Sprecherin. Geplant sind etwa zehn Vorstellungen in den nächsten Monaten, dann werde man weitersehen. Die Grazer Produktion inszenieren Deborah Epstein und Marcus Mislin. Das Bühnenbild stammt von Florian Barth, die Kostüme von Petra Bongard. Für die Musik zeichnet Albert Seidl verantwortlich.

Ursprünglich hätte die Österreichische Erstaufführung in Linz stattfinden sollen, erläuterte das Landestheater Linz. Wegen eines Dispositionsproblems sei aber Graz mit seiner Premiere früher dran gewesen, deshalb habe Linz die Erstaufführungsrechte abgetreten. Von der Aufführung in Bregenz habe man zunächst nichts gewusst. Die Häufung der Premieren innerhalb eines Monats sei also nicht geplant gewesen. Das Ganze sei jedoch kein Problem, die Landesbühnen würden einander ohnehin kein Publikum wegnehmen. Nun biete sich aber sogar für Theaterfreunde die interessante Gelegenheit, die Inszenierungen zu vergleichen.

Noch ein Zufall: "Das Fest" werde heuer laut Landestheater auch am Staatstheater Oldenburg aufgeführt. Erst am Montag war bekannt geworden, dass der dortige Generalintendant Rainer Mennicken nach einer Empfehlung einer Jury die Leitung des Landestheaters Linz übernehmen soll, weil der derzeitige Landestheater-Intendant Michael Klügl 2006 nach Hannover wechseln wird.

Dogma-Klassiker

"Das Fest" des dänischen Regisseurs Thomas Vinterberg war einer der erfolgreichsten europäischen Filme der vergangenen Jahre. Die Überarbeitung des Drehbuches für die Bühne ergab ein Theaterstück, das mit der Konsequenz einer antiken Tragödie den Mythos von der schützenden Familie zerstört. Es geht um ein Fest aus Anlass des sechzigsten Geburtstages des Familienoberhauptes. Schon der Beginn der Feier verläuft anders als geplant, weil Sohn Michael uneingeladen erscheint und die Tochter Helen mit ihrem dunkelhäutigen Liebhaber brüskiert.

Doch das Familienoberhaupt Helge und seine Frau Elsa lassen sich die Stimmung nicht verderben, bis es zum Eklat kommt, weil der älteste Sohn Christian in seiner Tischrede über die Gründe spricht, die zum Selbstmord seiner Zwillingsschwester Linda geführt haben: Vater Helge hat mit Duldung seiner Frau jahrelang die beiden Kinder Linda und Christian sexuell missbraucht. Das Aussprechen des tabuisierten Themas verändert die Festivität und das Miteinander der Gäste schlagartig. (APA)

  • "Das Fest", der Film
    foto: verleih

    "Das Fest", der Film

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