"Lernen, was einen interessiert"

25. Oktober 2006, 14:03
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Ab dem Schuljahr 2006/07 wird, wie in vielen anderen Gymnasien auch, im GRG Rahlgasse die "Modulare Oberstufe" eingeführt. Wir haben nachgefragt, was die SchülerInnen darüber denken

Das Kurssystem "Modulare Oberstufe" soll interessanter und zeitgemäßer sein, da es mehr auf die Interessen der Schüler eingehen wird. Jeder Schüler muss dann eine bestimmte Anzahl an Fächern belegen, die er frei wählen kann und es besteht die Möglichkeit zusätzlich noch freiwillig Fächer zu belegen.

An bestimmten Fächern wie zum Beispiel Mathematik oder Englisch wird man trotzdem nicht vorbeikommen, da es "Pflichtfächer" geben wird. Schließt ein Schüler oder eine Schülerin ein Modul negativ ab, muss nicht wie bisher das ganze Jahr wiederholt werden sondern nur der einzelne Gegenstand. Dadurch dass SchülerInnen, mit Hilfe eines persönlichen Beraters, den Stundenplan selbst zusammenstellen, soll Eigenständigkeit erlernt werden.

Mehr Wahlfreiheit

Ich habe Kinder aus meiner Schule, 12- bis 14-Jährige, zu dem Thema befragt. Silia (14) meint, dass die modulare Oberstufe gut ist. Aber sie ist auch froh, dass man es nicht überstürzt, sondern noch bis September 2006 wartet. Amaro (14): "Das neue Modell ist gut, weil man viel mehr Möglichkeiten hat, um sich fort zu bilden, aber man sieht seine FreundInnen nicht mehr so oft!"

Saskia (12) ist auch begeistert von dem neuen Schulsystem: "Man kann sich selber aussuchen was man lernen möchte. Außerdem ist es gut, dass man nur das Fach wiederholen muss in dem man durchfällt." Ihre Freundin Nikola (12) denkt anders darüber. Sie findet es schade, dass man, wenn man mit seinen FreundInnen in einer Klasse sein will, genau die selben Fächer wählen muss. Marcelo (13) ist sich sicher, dass die Modulare Oberstufe sehr sinnvoll ist, da man großteils lernen kann was einen interessiert.

Sophie (13): "Ich finde es auch ziemlich gut, glaube aber kaum, dass die jetzt schon überforderten Lehrer damit zurecht kommen." Djamila (13) denkt auch, dass die Modulare Oberstufe eine gute Idee ist, befürchtet aber, dass die ersten drei Jahrgänge das totale Chaos werden. Da stimmt ihr Sophie zu: "Ich glaube auch dass es totales Chaos wird."

Lehrer als Coach

Am Schluss habe ich noch einen Lehrer aus unserer Schule befragt. Professor Jobstmann (unterrichtet Deutsch und Französisch): "Die modulare Oberstufe ist sicherlich gut, es kann dann zeitgemäßer und spontaner unterrichtet werden. In einem Team zu arbeiten wird besser funktionieren, weil man als Lehrer dann eher Coach als Bewertender ist. Nicht mehr Prüfer, sondern Ausbildner." Dass es sehr chaotisch wird glaubt er nicht: "Vielleicht wird es die erste Saison etwas verwirrend, doch danach werden sich bald alle zurecht gefunden haben."

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AHS Rahlgasse

Von Lucia Bayrleitner,
Schülerin der 4c Rahlgasse
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