Drastische Strafen für US-Medien bei "mangelndem Anstand"

17. Februar 2005, 09:43
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Repräsentantenhaus verabschiedete "Lex Nipplegate" - Höchststrafe liegt bei 500.000 US-Dollar

Rundfunk- und Fernsehanstalten in den USA können für Sendungen, die so genanntes unanständiges Material enthalten, künftig wesentlich härter belangt werden. Das Repräsentantenhaus in Washington verabschiedete am Mittwoch mit überwältigender Mehrheit ein Gesetz, das eine drastische Erhöhung der Geldstrafen vorsieht. Anlass war der mittlerweile in den USA unter dem Titel "Nipplegate" bekannte Zwischenfall bei der Super Bowl 2004, als Justin Timberlake die Brust von Janet Jackson entblößte. 389 Abgeordnete billigten die Vorlage, 38 waren dagegen, weil sie die Pressefreiheit gefährdet sahen.

Die Höchststrafe für die Veröffentlichung von so genanntem unanständigen Material wurde von 32.500 Dollar (24.923 Euro) auf 500.000 Dollar (383.436 Euro) erhöht. So viel könnte jetzt auch von einer Einzelperson verlangt werden, die bisher höchstens 11.000 Dollar bezahlen musste. Dieses Strafmaß werde die Medien dazu veranlassen, über ihre Inhalte scharf nachzudenken, erklärte der republikanische Abgeordnete Joe Barton. Das Gesetz stelle sicher, dass amerikanische Familien wieder ohne Sorge gemeinsam fernsehen könnten. (APA)

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