Wiener Schnitzel bleibt Lieblingsessen

21. Februar 2005, 13:27
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Das Gulasch konnte sich mit einem ordentlichen Respektabstand auf Platz zwei behaupten - der Schweinsbraten ist großer Verlierer

Wien - Über das Wiener Schnitzel lassen die Österreicher und Österreicherinnen nichts kommen. Es ist und bleibt das heimische Lieblingsessen und führt weiterhin die Top Ten an. 73,1 Millionen Mal notierten die Kellner vom Boden- bis zum Neusiedler See im vergangenen Jahr "Schnitzel" auf ihren Blöcken. Insgesamt wurden 1,3 Milliarden Portionen warmer Speisen in den heimischen Gasthäusern verzehrt.

2400 Personen befragt

Dies ergab eine repräsentative Umfrage, die vom Marktanalysten Kreutzer Fischer & Partner durchgeführt wurde. Über einen Zeitraum von zwei Wochen wurden 2400 Personen über ihre Ernährungsgewohnheiten befragt. Das Ergebnis zeigt, dass Herr und Frau Österreicher im Gasthaus vor allem den fleischlichen Genüssen zugetan sind.

Doch das Schnitzerl ist nicht nur der Wirtshausklassiker, es wurde auch noch 600.000-mal häufiger bestellt als 1998. Das Gulasch konnte sich laut Umfrage mit einem ordentlichen Respektabstand auf Platz zwei behaupten. Die bestellten Portionen gingen allerdings um zwei Millionen 42,3 Millionen zurück.

Pasta holt auf

Dritter wurde im Vergleich zu 1998 die Pasta, die von Platz vier aufrückte. 38,4 Millionen Mal wurden Spaghetti, Tagliatelle und Co bestellt. Auch das Faschierte konnte einen Platz wettmachen und liegt nun an vierter Stelle.

Bloß der Schweinsbraten - um den muss man sich fast schon kulinarische Sorgen machen. Ein Minus von 5,8 Millionen Bestellungen macht ihn zum großen Verlierer und bedeutet ein Abrutschen von Rang drei (1998) auf Platz fünf. Das Putenschnitzel hingegen konnte zwei Plätze gutmachen und liegt an sechster Stelle der Beliebtheitsskala beim Wirtshausessen. Auf den Rängen sieben bis zehn folgen Fleischspieß, Grillhuhn, Pizza und gekochtes Rindfleisch.

Doch immer häufiger fehlt die Zeit für das gemütliche Schnitzerl beim Wirten. Der Hunger wird oft mit Fastfood gestillt. In Österreich sind es nur noch zwölf Prozent, die kategorisch den Griff zum Hamburger verweigern (in den USA sind es drei Prozent). Nach der Diskussion um gesundheitsschädliche Industriefette will McDonald's diese so genannten Transfette bis zum Sommer aus seinen Fritteusen verbannen.

Gegen "Schnellfraß"

Eine Aktion gegen Fastfood an den britischen Schulen startet Kultkoch Jamie Oliver. "Verbannt den Schnellfraß von den Schulen", lautet seine Devise, unter der er ab kommender Woche in seiner neuen Sendung "Jamies Schulessen" für frisch zubereitete Speisen in Schukantinen werben wird. (fern, DER STANDARD Printausgabe 17.2.2005)

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    Doch das Schnitzerl ist nicht nur der Wirtshausklassiker, es wurde auch noch 600.000-mal häufiger bestellt als 1998

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