Polen: "Prügelstrafe" soll bleiben

16. Februar 2005, 19:27
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Regierung will Gewalt in Familie bekämpfen - Rechtspopulistische Partei lehnt ab

Warschau - Die polnische Regierung hat am Mittwoch im Parlament einen Gesetzentwurf zur Bekämpfung von Gewalt in der Familie eingebracht. Darin ist unter anderem vorgesehen, das Eltern und Erziehungsberechtigte Kinder nicht mehr schlagen dürfen. Das Gesetz ermöglicht außerdem, den Kontakt zwischen TäterInnen und Opfern zu verbieten und TäterInnen zu einer psychotherapeutischen Behandlung zu verpflichten.

"Demontage der Familie"

Die konservative Opposition im Parlament schlug vor, den Gesetzentwurf abzulehnen, während die Linksparteien und die Bauernparteien das Vorhaben unterstützten. Ein Vertreter der rechtspopulistischen Partei "Recht und Gerechtigkeit" lehnte insbesondere das Verbot der Prügelstrafe ab. Das sei eine Einmischung des Staates in Angelegenheiten zwischen Eltern und Kindern sowie eine die "Demontage der Familie", sagte er. Erst am Dienstag hatten die Konservativen im polnischen Parlament eine Liberalisierung des Abtreibungsrechts verhindert. (APA)

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