Kassam-Rakete in Siedlung im Gazastreifen eingeschlagen

18. Februar 2005, 07:11
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Niemand verletzt - "Märtyrer der El-Aksa-Brigaden" drohen nach Tötung zweier Fatah-Mitglieder durch Israels Armee mit Ende der Waffenruhe

Ramallah/Jerusalem - Ungeachtet des geltenden Waffenstillstands im Nahen Osten ist in einer jüdischen Siedlung im Gazastreifen am Donnerstagmorgen eine palästinensische Kassam-Rakete eingeschlagen. Es gab keine Verletzten und keine Sachschäden, wie das israelische Militär mitteilte. Die Raketen werden von den El-Kassam-Brigaden gebaut, dem militärischen Arm der radikalislamischen palästinensischen Hamas-Bewegung.

Ein Gruppierung der radikalen palästinensischen Al-Aksa-Brigaden hat nach der Tötung zweier Fatah-Mitglieder angekündigt, die seit Tagen anhaltende Waffenruhe mit Israel zu beenden. "Wem nützt die Waffenruhe und die Entwaffnung des palästinensischen Widerstands, wenn das Blut unserer Kämpfer weiter fließt?", hieß es auf einem am Mittwoch verbreiteten Flugblatt, das mit "Märtyrer der El-Aksa-Brigaden" unterzeichnet war. Maskierte und bewaffnete Männer verteilten die Flugblätter im Zentrum von Ramallah im Westjordanland und schossen dabei in die Luft.

Die israelische Armee hatte am Dienstag südlich von Nablus zwei bewaffnete Palästinenser erschossen, die israelischen Militärangaben zufolge eine jüdische Siedlung angreifen wollten. Rund 4.000 Palästinenser nahmen am Mittwoch in Nablus an einer Trauerfeier für die beiden Toten teil.

Die getöteten Mitglieder der Fatah-Bewegung seien Opfer eines "feigen Attentats" der israelischen Armee geworden, erklärte die Gruppe der Al-Aksa-Brigaden in dem Flugblatt. Der "einseitige Waffenstillstand" von Sharm el Sheikh sei hinfällig, hieß es weiter. Die Gruppe rief die palästinensische Autonomiebehörde zudem auf, jeglichen Kontakt zu Israel abzubrechen.

Am 8. Februar hatten Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon im ägyptischen Sharm el Sheikh nach vier Jahren Gewalt eine Waffenruhe vereinbart. Abbas hatte zuvor die radikalen Palästinensergruppen von dem Vorhaben überzeugt. Die Al-Aksa-Brigaden bestehen aus zahlreichen autonomen Untergruppen. (APA)

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