Van-Swieten-Kaserne: Heeresspital strebt nach ziviler Kooperation

24. Februar 2005, 15:34
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Synergieeffekte mit Spitals-Neubau erwartet - Pläne waren im Bundesheer bereits seit Beginn des Jahrzehnts gewälzt worden

Wien - Das Heeresspital in der Van-Swieten-Kaserne in Wien-Stammersdorf könnte nach den Überlegungen der Wiener SPÖ bald einen zivilen Schwesterbau bekommen, mit dem im Betrieb intensiv kooperiert würde - entsprechende Pläne waren im Bundesheer bereits seit Beginn des Jahrzehnts gewälzt worden.

Zusammenarbeit mit dem Heeresspital

Günther Barnet, seinerzeit im Kabinett von Verteidigungsminister Herbert Scheibner und heute Wiener Landtagsabgeordneter der FPÖ, erinnert sich, dass die Wiener Stadtregierung ursprünglich dem Projekt einer Zusammenarbeit mit dem Heeresspital reserviert gegenübergestanden ist, weil viele besoldungsrechtliche Fragen zu klären wären. Da Ärzte in der Praxis zwischen den beiden Spitälern wechseln sollten, kämen im der Gemeinde Wien gehörenden Spital auch vom Bund bezahlte Ärzte in den Dienst.

Barnet hatte selber immer wieder auf das Projekt gedrängt, nun aber hänge es am Bundesheer, das sich ja in einer Umstrukturierungsphase befindet. Es ist aber kaum zu erwarten, dass das Heeresspital in Stammersdorf ganz aufgegeben wird, weil dort wichtige militärmedizinische Kompetenzen angesiedelt sind: So finden in Stammersdorf Untersuchungen für Militärpiloten und die Vorbereitungen für die Entsendung von Bundesheer-Kontingenten ins Ausland statt.

Synergieeffekte

Andererseits bietet das Heeresspital aufgrund seiner militärischen Aufgaben nicht das gesamte Spektrum medizinischer Leistungen an - was unter anderem auch bedeutet, dass in Stammersdorf keine komplette Ausbildung für Turnusärzte stattfinden kann. Wenn die Gemeinde Wien ein zweites Spital auf die grüne Wiese neben das Heeresspital stellt, könnten starke Synergieeffekte genutzt werden. Unter anderem würden Militärmediziner im zivilen Spital umfassender weitergebildet werden - und Patienten je nach medizinischen Anforderungen in dem einen oder anderen Spital behandelt. (Conrad Seidl, DER STANDARD Printausgabe 17.2.2005)

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