Onlinewerbung: Gerechtigkeit für Jan Boklöv

18. Februar 2005, 14:13
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Jung von Matt/Donau gratuliert - Werbung im Internet widerfährt ein ähnliches Schicksal wie dem Skispringer in der FIS

Am 14. Februar 1986 unterlief dem Skispringer Jan Boklöv aus dem schwedischen Malmberge ein folgenschwerer Fehler: In einem Trainingsflug verriss er seine Skier dermassen, dass er weiter segelte als jemals zuvor. Er hatte den V-Stil erfunden.

Ein Stil, der den Hütern des Status Quo aufs Äußerste missfiel: Die Punkterichter unter der Leitung von Torbjörn Yggeseth egalisierten Boklövs ab nun unerreichbar weite Sprünge, indem sie ihn starrköpfig mit unglaublich miserablen Haltungsnoten abstraften.

Der Fortschritt jedoch liess sich nicht aufhalten: 1989/90 gewann Boklöv den Gesamtweltcup und andere Springer wie Weissflog, Thoma, Vettori, ja selbst Örnsköldsvik übernahmen seinen Stil.

Liebe Leserin, lieber Leser, sicher können Sie sich denken, worauf wir hinaus wollen: Werbung im Internet widerfährt hierzulande ein ganz ähnliches Schicksal wie Boklöv in der FIS. Denn die Vorteile des Internet sind offensichtlich. Und auf seiner Basis wurden in der Kommunikation international gesehen bereits völlig neue Maßstäbe gesetzt. Dennoch kontrolliert in Österreich nach wie vor ein Mann die Vergabe der Media-Etats: Torbjörn Yggeseth. Österreich aber würde mehr Weissflogs, Thomas und Vettoris brauchen. Und Örnsköldsviks, vor allem.

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    foto: derstandard.at
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