Handysender sorgt für dicke Luft zwischen Diözese Linz und Pfarre

23. Februar 2005, 10:58
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Über Verbot der Errichtung nicht informiert

Ein Handysender sorgt für dicke Luft zwischen der Diözese Linz und der Pfarre Pfarrkirchen bei Bad Hall (Bezirk Steyr-Land). Die Pfarre habe Ende Dezember nach monatelanger Beratung die Entscheidung getroffen, einen Sender auf dem Turm der Dorfkirche zu errichten, berichtete die "Kirchenzeitung" der Diözese Linz in ihrer jüngsten Ausgabe. Die Diözese habe dies wenige Tage zuvor verboten, die Pfarre aber nicht darüber informiert.

Knappe Entscheidung

Am 25. Dezember 2004 sei nach Beratungen, die neun Monate gedauert hätten, die Entscheidung knapp, aber doch für die Errichtung gefallen. Die Erleichterung der Befürworter sei allerdings rasch einer ernüchternden Enttäuschung gewichen, als sie vom Bescheid erfahren hätten, schreibt die Zeitung. "Wir waren immer in Absprache mit der Diözese", wird der Obmann des Pfarrgemeinderates, Franz Pauzenberger in dem Bericht zitiert. Dort habe man über den Termin der Abstimmung Bescheid gewusst. Er verstehe nicht, warum die Pfarre nicht vorher informiert worden sei, so Pauzenberger.

"Ich habe einen Protestbrief geschrieben"

Es gehe ihm nicht darum, dass es jetzt doch keinen Sender auf dem Kirchturm geben soll, sondern um die Vorgehensweise der Diözese. "Ich habe einen Protestbrief geschrieben, wollte mit dem Generalvikar sprechen, aber man hat mich nicht ernst genommen", erklärte der Obmann.

Für den Umweltsprecher der Diözese, Universitätsprofessor Michael Rosenberger, ist das Problem "hausgemacht". Der Pfarrgemeinderat habe es verabsäumt, intern rechtzeitig zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen. Die Fronten zwischen Befürwortern und Gegnern innerhalb des Pfarrgemeinderates seien verhärtet gewesen, so Rosenberger. Von den Diözesanverantwortlichen habe es durchaus die Bereitschaft gegeben zu vermitteln.(APA)

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