GAK und der Sprung ins kalte Wasser

17. Februar 2005, 19:59
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Schachner vor der Partie am Donnerstag gegen Middlesbrough: "Wissen nicht, wo wir stehen" - Pogatetz fieberfrei

Graz - Das Fußball-Jahr 2005 beginnt für den österreichischen Double-Gewinner GAK gleich mit einem Paukenschlag. Im ersten Pflichtspiel des Jahres empfangen die Grazer am Donnerstag (18:30/live Premiere) den Premier League-Klub Middlesbrough zum Hinspiel in der UEFA-Cup-Runde der letzten 32. Während die Engländer keine Winterpause hatten, werden die "Rotjacken" in einer der wichtigsten Partien der Klubgeschichte nach rund eineinhalb Monaten Vorbereitung praktisch ins kalte Wasser geworfen.

"Kontrollierte Offensive"

"Es ist so wie nach jeder Vorbereitung. Wir hatten zwar gute Testspiele, wissen in Wahrheit aber nicht, wo wir wirklich stehen", gab Trainer Walter Schachner zu. Wenn auch noch Rätselraten über das momentane Leistungsvermögen der GAK-Kicker herrscht, so ist sich der Coach zumindest einer Sache vollkommen sicher. "Wir werden kämpfen bis zum Umfallen und 100 Prozent oder mehr laufen", versprach Schachner, der die Taktik nach genauem Videostudium des Gegners ähnlich wie beim 2:0-Heimsieg im UEFA-Cup am 15. Dezember gegen Alkmaar (bisher letztes Pflichtspiel des GAK) anlegen will. "Wir spielen mit kontrollierter Offensive, müssen dabei aber aufpassen, nicht ins offene Messer zu laufen, denn die Engländer sind im Konter sehr gefährlich", warnte "Schoko".

Über Standard-Situationen zum Erfolg

Der aktuelle Sechste der Premier League, der auf sechs Spieler (unter anderem Mendieta, Viduka, Boateng) verzichten muss, ist für Schachner 60:40-Favorit. "Übermächtig ist Middlesbrough nicht. Aber wir müssen zwei Top-Spiele hinlegen, um die Sensation zu schaffen." Gefragt ist im Schwarzenegger-Stadion vor allem die Stärke der Grazer bei ruhenden Bällen. "Wenn Boro Schwächen hat, dann bei Standard-Situationen. Dort sind sie am ehesten zu erwischen", sagte der Meistermacher. Das Wichtigste sei aber, ein Gegentor zu vermeiden. "Hinten muss die Null stehen, dann haben wir auch in der Retourpartie am nächsten Donnerstag Chancen."

Pogatetz fieberfrei

Seinen Beitrag zu einer erfolgreichen Abwehrleistung wird aller Voraussicht nach auch Emanuel Pogatetz leisten können. Der Teamverteidiger war am Mittwoch fieberfrei und machte das Abschlusstraining mit, über einen Einsatz wird aber erst am Spieltag nach Rücksprache mit der medizinischen Abteilung entschieden. Damit dürfte Gregor Pötscher (Muskelverletzung) der einzige Ausfall sein, denn die angeschlagenen Gernot Sick, Martin Amerhauser und Joachim Standfest werden auf der Bank Platz nehmen.

Spezialauftrag für Debütant Bleidelis

Neuzugang Imants Bleidelis steht hingegen in der Anfangsformation und hat bei seinem GAK-Debüt die schwierige Aufgabe, den Middlesbrough-Jungstar und englischen Neo-Teamspieler Stewart Downing unter Kontrolle zu halten. "Bleidelis ist ein hundertprozentiger Profi in allen Belangen, körperlich top-fit und sicher ein Gewinn für den GAK", lobte Schachner den Letten.

Für das Match im Schwarzenegger-Oval waren bis Mittwoch Mittag knapp über 13.000 Karten abgesetzt, 1.500 wurden an Middlesbrough-Fans verkauft. Das Stadion dürfte damit zwar nicht voll werden, dennoch beschwörte Sportmanager Hannes Weninger noch einmal den Grazer Anhang. "Der Zwölfte Mann wird ein entscheidender Faktor sein. Publikum und Mannschaft müssen eine Art Symbiose bilden, der Funke muss überspringen, dann ist auch ein Sieg möglich", sagte der frühere Goalie. (APA)

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    Schachner: "Wir werden kämpfen bis zum Umfallen und 100 Prozent oder mehr laufen."

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