Wiener Derby vor dem Ethik-Komitee

16. Februar 2005, 19:08
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Rapid leitet nach Aussagen von Peter Svetits beim FC Tirol-Prozess Verfahren gegen Austria ein

Wien - Die Aussagen von Ex-Austria Magna-Sportdirektor Peter Svetits vor dem Innsbrucker Arbeitsgericht blieben nicht ohne Folgen. Rapid-Präsident Rudolf Edlinger kündigte am Mittwoch bei der Saisonstart-Pressekonferenz des österreichischen Rekordmeisters eine Klage beim Ethik-Komitee der Bundesliga an: "Es sind zwei massive Verstöße gegen die Satzungen der Bundesliga passiert und ich fühle mich verpflichtet, für einen fairen Wettbewerb zu sorgen, darum muss sich das Ethik-Komitee mit dieser Causa befassen."

Svetits hatte am Dienstag beim Prozess gegen die ehemaligen Bosse des FC Tirol als Zeuge bestätigt, dass Bundesliga-Präsident und Austria-Mäzen Frank Stronach den Tirolern geholfen hätte und mit 50 Millionen Schilling als Sponsor eingestiegen wäre, falls sie die Lizenz bekommen hätten. Dazu hätte FK Austria Magna dem FC Tirol teure Spieler abgekauft. Weiters gestand Svetits unter Eid, dass die Tiroler von der Austria bis zu acht Spieler bekommen hätten, deren Gehalt aber weiterhin die Wiener bezahlt hätten. "Das ist das Gleiche, das wir dann mit der Admira gemacht haben", meinte der ehemalige Magna-Sportchef.

"Die einzige Marke, die sauber ist"

"Wenn das Prinzip der Unabhängigkeit nichts zählt, dann soll es die Bundesliga sagen. Es kann doch nicht sein, dass ein Verein mehrere Spieler eines anderen Klubs bezahlt. Wenn es die anderen Vertreter in der Liga nicht stört, dann ist das deren Sache, aber ich finde diesen Zustand beklemmend", so Edlinger. "Was ist das für ein Wettbewerb, wenn man nicht gegen einen, sondern gegen zwei oder drei Klubs mit den Spielern eines Vereins spielt", bezog sich der Ex-Finanzminister auf die Tatsache, dass u.a. bei der Admira oder Sturm Graz Spieler im Einsatz sind oder waren, die weiterhin auf der Gehaltsliste der Austria standen bzw. stehen.

"Wir sind die einzige Marke, die sauber ist", formulierte es Rapid-Manager Werner Kuhn und Sportdirektor Peter Schöttel stellte klar: "Wir haben einen Weg begonnen und gehen diesen auch zu Ende. Für die Anhänger und den Verein ist es viel schöner, wenn wir junge Eigenbauspieler bis in die Nationalmannschaft bringen und sie dann für das Ausland interessant werden. Die Jungen sind unser Kapital." (APA)

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    Edlinger heizt wieder seinem Lieblingsfeind ein.

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