Britischen Soldaten droht Anklage wegen Tötungen

18. Februar 2005, 20:56
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Presse: Leichen der Opfer für gerichtsmedizinische Untersuchungen exhumiert

London - Britische Soldaten könnten laut einem Zeitungsbericht wegen der Tötung irakischer Zivilisten angeklagt werden. Die Tageszeitung "The Independent" veröffentlichte am Mittwoch auf ihrer Titelseite Fotos von sechs Irakern, die nach Angaben ihrer Familien von britischen Truppen im Zeitraum von August 2003 bis Jänner 2004 im Südirak getötet wurden. In zwei Fällen werde es wohl zu einer Anklage kommen, ein weiterer könnte zur Zahlung einer Entschädigung führen, berichtete die Zeitung. Wie viele Soldaten insgesamt involviert sind, ließ das Blatt offen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums gab keine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Die Leichen der sechs Opfer wurden nach Angaben der Zeitung vom Militär inzwischen für gerichtsmedizinische Untersuchungen exhumiert. Eines der Opfer, ein 17-jähriger Iraker, sei vor seinem Haus in Basra erschossen worden, nachdem bei einer Hochzeitsfeier im Nachbarhaus Freudenschüsse in die Luft abgefeuert worden seien.

Großbritannien ist Hauptverbündeter der USA im Irak-Krieg, aber die britische Bevölkerung ist mehrheitlich gegen den Militäreinsatz. Im Zusammenhang mit Angriffen auf irakische Zivilisten hat die britische Armee mehr als 130 Untersuchungen eingeleitet. Vor einem britischen Militärgericht in Osnabrück müssen sich derzeit drei Soldaten wegen Misshandlung irakischer Gefangener verantworten. (APA/Reuters)

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