Fischer konferierte in Neu-Delhi mit Ministerpräsident Singh

18. Februar 2005, 16:16
7 Postings

UNO, Iran und Irak im Zentrum der Unterredung des Bundespräsidenten - Bilaterale Abkommen unterzeichnet

Neu-Delhi - Bundespräsident Heinz Fischer ist am Donnerstag in Neu-Delhi mit dem indischen Ministerpräsidenten Manmohan Singh zu einem Meinungsaustausch zusammengetroffen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen Fragen der strategischen Partnerschaft zwischen Indien und der EU sowie das Bemühen Indiens um eine Aufwertung im UNO-Sicherheitsrat. Auch die Entwicklungen im Iran und im Irak wurden angesprochen, erklärte der Bundespräsident im Anschluss an das Gespräch.

Ministerpräsident Singh unterstrich das Ziel Indiens, einen ständigen Sitz im UNO-Sicherheitsrat zu erhalten. Indien solle"effizient und repräsentativ" in der Weltorganisation vertreten sein, formulierte der Regierungschef. Fischer formulierte "das Verständnis Österreichs" für diesen Wunsch Indiens, wies aber zugleich auf die innerhalb der EU notwendigen Konsultationen hin.

Hinsichtlich der Lage im Irak konstatierten beide Politiker eine positive Entwicklung nach den Parlamentswahlen und drückten die Hoffnung auf eine Normalisierung aus. Man müsse "das Momentum nach der Wahl ausnützen", sagte Fischer, der trotz Rückschlägen eine beeindruckende Wahlbeteiligung feststellte.

Auch der Atomkonflikt mit dem Iran wurde angesprochen. Den Konflikt mit Nordkorea nach dessen Bekenntnis zur Existenz von Atomwaffen will der Bundespräsident in einem geplanten Gespräch mit dem indischen Verteidigungsminister Pranab Mukherjee ansprechen.

Bilaterale Abkommen unterzeichnet

Nach der Unterredung wurden zwei bilaterale Abkommen unterzeichnet. Eines der Abkommen betrifft die infrastrukturelle Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich, es wurde von österreichischer Seite von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) unterzeichnet. Das zweite ist ein Memorandum of Understanding für wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen der medizinischen Fakultät der Universität Innsbruck und der indischen Universität Chandigarh.

Zum Auftakt des Staatsbesuchs war der Bundespräsident vor dem Präsidentensitz - der ehemaligen Residenz des indischen Vizekönigs - mit vollen militärischen Ehren empfangen worden. Die drei Waffengattungen und Kavallerie waren zu der Ehrenformation angetreten. Die Landstreitkräfte waren durch ein Sikh-Regiment repräsentiert. Staatspräsident A. P. J. Abdul Kalam betonte in einem kurzen Statement gegenüber den österreichischen Journalisten: "Österreich und Indien sind enge Freunde." Ministerpräsident Singh gab hingegen vor der Presse keinerlei Erklärung ab. (APA)

Share if you care.