Datenschützer: Ticketvergabe für WM 2006 gesetzeswidrig

26. Februar 2005, 17:26
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Deutscher Experte kritisiert Erhebung persönlicher Daten als unzulässig

Köln - Der deutsche Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, hat die Vergabe-Praxis für die Tickets zur Fußball- Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland als gesetzeswidrig bezeichnet. Die Erhebung persönlicher Daten sei in Teilen "rechtlich unzulässig", sagte Schaar dem "Kölner Stadt-Anzeiger (Mittwoch-Ausgabe).

Schaar griff auch das deutsche Innenministerium an: Es habe die Sammlung bestimmter Daten angeregt und sei bisher nicht bereit, das gesetzeswidrige Vorgehen zu korrigieren. Die Antwort auf seinen Protest sei "nicht befriedigend" ausgefallen. Bewerber um die begehrten Tickets müssen Staatsangehörigkeit, Geburtsdatum, Personalausweisnummer, Zuordnung als Fan zu einer Nation sowie ihre E-Mail-Adresse angeben.

Schaar kritisierte dies mit den Worten: Wir alle wollen keinen Bürger, der dauernd seinen Datenschatten hinter sich herzieht." Die Abfrage der Personalausweis-Nummer stehe "im Widerspruch zum Personalausweisgesetz, das es verbietet, die Personalausweisnummer zu erheben, wenn damit Daten erschlossen werden könnten." (APA/dpa)

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